BiteTime http://www.bite-time.de Personal Fishing Blog by Marc Kuemmel Mon, 09 Oct 2017 09:56:13 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.8.2 Testbericht: Daiwa Luvias 2506H http://www.bite-time.de/2017/09/18/testbericht-daiwa-luvias-2506h/ http://www.bite-time.de/2017/09/18/testbericht-daiwa-luvias-2506h/#respond Mon, 18 Sep 2017 17:31:38 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17490 Testbericht: Daiwa Luvias 2506H   INHALTSVERZEICHNIS I. Vorwort II. Look & Feel III. Setup IV. In der Praxis V. Fazit VI. Langzeiterfahrung VORWORT BiteTime - Home of Fishing Tackle - hat die Premium-Spinnrolle Daiwa Luvias [...]

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Testbericht: Daiwa Luvias 2506H

  INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

BiteTime – Home of Fishing Tackle – hat die Premium-Spinnrolle Daiwa Luvias 2506H einem exklusiven Langzeittest unterzogen, welcher die Stärken und die vermeintlichen Schwächen des Leichtgewichts auflösen wird.

Der japanische Tackle-Gigant Daiwa setzte bei der Luvias Spinnrollenserie zum ersten Mal auf das moderne „Zaion“ Material für die Herstellung eines extrem leichten, aber auch robusten Rollenkörpers. Im deutschen Sortiment von Daiwa sind momentan folgende Modelle der aktuellen 2015er Baureihe gelistet:

  • Daiwa Luvias 1003
  • Daiwa Luvias 2510PEH
  • Daiwa Luvias 2500
  • Daiwa Luvias 2506H
  • Daiwa Luvias 3000
  • Daiwa Luvias 3012

(H steht für „High Gear“ und weißt auf eine höhere Übersetzung hin)

Im Sinne der Transparenz und Glaubwürdigkeit des Reviews möchte ich hier noch kurz anmerken, dass die Daiwa Luvias 2506H welche hier getestet, von DAIWA-CORMORAN Sportartikel-Vertrieb GmbH zur Verfügung gestellt wurde.

DATENBLATT
Hersteller: Daiwa
Serie: Luvias
Modellbezeichnung: 2506H
Typ: Spinnrolle mit Frontbremse
Schnurfassung: Mono 0,17mm (4lb) = 170m, PE #0.8 = 130m
Übersetzung: 5.6:1
Schnureinzug: 84cm
Kugellager: 8 (davon 5 „CRBB®“)
Bremskraft: 3Kg
Gewicht: 200g
Material: ZAION® Kohlefasermaterial
Features: MAGSEALED® Body Konstruktion, AIR ROTOR®, AIR BAIL® Rollenbügel, Infinite Anti-Reverse® System, DIGIGEAR® II Getriebe, ATD™ Bremssystem, Silent Oscillation System, CNC gefräste Kurbel, Twist Buster® II Schnurlaufröllchen, ABS® II Spule
Preis: UVP 390€ / günstigster Preis ca. 300€

LOOK & FEEL

UNBOXING

Wenn sich wie bei der Daiwa Luvias 2506H eines der Topmodelle – dazu auch noch von einem führenden Hersteller der Angel-Industrie – anmeldet, dann wartet man natürlich voller Vorfreude auf das Klingeln des Paketdienstes. An einem kalten Tag im Januar 2017, wo auf Grund der Temperaturen gar nicht ans Spinnfischen zu denken war, fand sich die federleichte Japanerin im Versandkarton verpackt auf meinem Esszimmertisch ein. Darin befand sich eine schicke, weiße Originalverpackung mit großem, schwarzen Daiwa Logo und der Aufschrift „Luvias 2506H“. Ruck zuck war der Deckel geöffnet und da lag sie also, still und unschuldig in einem separaten Daiwa-Schutzbeutel wie in Samt gebettet und damit sicher getrennt von der Aluminiumkurbel.

DESIGN

Natürlich war mir die Daiwa Luvias bereits vor dem Langzeittest ein Begriff, denn wie es sich für einen Tackle-Freak gehört kannte ich das Daiwa Line-up in- und auswendig. Allerdings muss ich an dieser Stelle ehrlich gestehen, dass ich das 2015er Modell davor noch nicht live gesehen hatte und ich anhand der Produktbilder in diversen Online Shops (sowie im Daiwa Katalog) etwas abgeschreckt bzw. gehemmt von diesem „bläulichen“ Body war. Tja – so kann man sich täuschen, denn die Daiwa Luvias 2506H ist in der Realität ein wahrer Augenschmaus!

Die Rolle besteht aus einer äußerst gelungenen Mischung aus diversen Metalltönen. Einen Blauton oder gar Schimmer kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Im Detail sind der Rollenkörper und der Rotor von einem glitzernden, stahlgrauen Finish überzogen, während zusätzlich silberne Chromelemente angebracht sind. Dazu kommt die Aluspule, welche aus einer goldenen Abwurfkante und einem Spulenkörper aus Chrom und „Gunmetall“ besteht. Das „Gunmetall“ finden wir auch an der Aluminiumkurbel und der Abdeckplatte des Getriebes wieder.

Zusammengefasst haben wir es also mit einem Metall-Look zu tun, welcher zu sehr vielen Ruten passt. Das nenne ich mal ein rundum gelungenes Rollendesign! Wer noch zweifel hat kann sich ja vielleicht durch die nachfolgenden Bilder ein besseres Bild der Luvias machen.

HAPTIK

Kommen wir zu einem wichtigen Punkt – der Haptik. Wenn man eine Spinnrolle im Fachhandel in die Hand nimmt, bekommt man relativ schnell einen Eindruck der Wertigkeit des verwendeten Materials und der Bautteile, sowie eine Art „Gefühl“ ob die Rolle für die eigene Angelei passt oder eher nicht. Spätestens beim darauffolgenden, obligatorischen Trockenkurbeln hat man dann mehr als eine Tendenz. Als ich die Daiwa Luvias 2506H das erste Mal in der Hand hielt und die Kurbel anschraubte wusste ich sofort, dass diese Rolle tatsächlich „High-End“ ist. Der komplette Rollenkörper wirkt total wertig und sehr robust. Ich konnte in den ersten Sekunden gar nicht sagen, ob es sich beim Material um ein Metall oder einen Kunststoff handelt, denn die Rolle fühlt sich einfach großartig an.

Aber was ist es nun im Endeffekt für ein Material? Die Antwort lautet „Zaion“. Zugegeben – „Zaion“ hört sich an wie irgend etwas aus dem Film Matrix und in dem ein oder anderen Angelforum bin ich auch schon über den etwas abwertenden Ausdruck „Weltraumplaste“ gestoßen… Ja es gibt sie, die Full-Metall-Freaks. Aber bevor ich näher auf die Thematik eingehe, sollte zuerst mal geklärt werden, was nun „Zaion“ genau ist. Laut Daiwa handelt es sich bei Zaion um ein  „High Density“ Kohlefasermaterial, welches höchsten Belastungen standhält, sehr beständig ist und dazu noch über ein geringes Gewicht verfügt. Die physischen Eigenschaften in Punkto Belastbarkeit und Stärke sind 1:1 mit Magnesium vergleichbar – allerdings ist der Verbundstoff dabei 50% leichter.

Ich persönlich bin ein totaler Fan von solchen Verbundstoffen und auch von Leichtbauweise, sofern die Verwindungssteifheit und die Stabilität bzw. Stärke gegeben ist, welche ein Angelalltag in unseren Gewässern dem Gerät abverlangt. Alles weitere zu „Zaion“ dann im Praxisteil 😉

FEATURES

Bei der Daiwa Luvias 2506H handelt es sich um eine Spinnrolle „Made in Japan“, was Gleichzeitig mit hohen Erwartungen meinerseits verbunden ist. Sie gehört zum Premiumsegment der Daiwa Spinnrollen und sie ist bis an die Zähne mit vielen Daiwa Technologien bewaffnet. Der Vollständigkeit halber möchte ich nachfolgend auf die – für mich persönlich – wichtigsten Features der Luvias in Kurzform eingehen.

MAGSEALED®
Bei Daiwa’s Magsealed Prinzip handelt es sich um ein magnetisches Öl, welches als Isolierung das Eindringen von Schmutz- und Salzpartikeln ins Rolleninnere (Getriebe und andere empfindliche Bauteile) verhindern soll.

ATD™ Bremssystem
Das „Automatic Tournament Drag“ System ist die Weiterentwicklung des „UTD“ Bremssystem, welches ein sanftes Anlaufen der Bremse und eine gleichbleibende Bremskraft garantiert. Gerade bei dünnen Schnüren und beim Drill von starken Fischen soll das Bremssystem den Angler bestmöglich unterstützen.

VERARBEITUNG

Wie es sich für eine Rolle dieser Preisklasse gehört ist die Verarbeitung der Daiwa Luvias 2506H absolut tadellos. Was ich bei hochwertigen Rollen z.B. gar nicht tolerieren kann, ist ein vorhandenes Spiel bei der verschraubbaren Metallkurbel – das stört einfach. Genau bei diesem Punkt bietet die Luvias keinerlei Kritikpunkte, denn es gibt kein Kurbelspiel. Alle Anbau- bzw. Einzelteile sind perfekt und ohne irgendwelche Toleranzen angebracht. Der Lauf beim Trockenkurblen ist zu 100 Prozent smooth, satt und endet nicht abrupt, was auf eine gute Schmierung der Kugellager und des Getriebes hinweist. Ich kann die Daiwa Luvias mit der Daiwa Ballistic EX 2500 und der Daiwa Certate ’13 2500 vergleichen: Certate und Luvias erscheinen in allen Punkten auf gleichem Niveau, die Ballistic muss sich beim Kurbelspiel und auch beim Trockenlauf gegen die Daiwa Luvias geschlagen geben.

Daiwa Luvias 2506H 09

Daiwa Luvias 2506H – eine makellos verarbeitete Spinnrolle

SETUP

Bevor es nun in den wohl wichtigsten Bereich – die Praxis – geht, möchte ich kurz darauf eingehen, für welche Angelei ich die Daiwa Luvias 2506H im Detail einsetze und welche passenden Spinnruten zur Rollengröße in Frage kommen.

Die Rollengröße 2500 und deren Abwandlungen ist aus meiner Sicht die Größe bei Daiwa, mit der am weitreichendsten Bandbreite. Ich nutze 2500er Rollen bereits bei etwas längeren Medium-Light Spinnruten (in etwa ab 2,15m), welche ein Wurfgewicht um die 15g besitzen. Warum bringe ich hier nun die Rutenlänge ins Spiel? Nun, dass hat nichts mit dem Austarieren einer eventuellen Kopflastigkeit der Rute zu tun, sondern ich finde einfach, dass eine 2500er Daiwarolle an kürzeren Ruten im Wurfgewichtsbereich bis 15g zu „klobig“ aussieht. Bei kurzen Ruten mit einem Wurfgewicht unter 15g greife ich dann zur 1000er Rollengröße. Je nach Anwendung geht es dann hoch bis zu 2,70m langen Ruten mit maximal 50g Wurfgewicht. Ab einem höheren Wurfgewicht wie 50g gehe ich dann kompromisslos auf die Rollengröße 3000 über. Daraus ergibt sich also eine Spanne von 15-50g Wurfgewicht für die 2500er Daiwa, was die komplette Barsch- und Rapfen-, aber auch die mittelschwere Zanderangelei abdeckt.

SCHNURWAHL

Da ich die Daiwa Luvias 2506H in erster Linie in Verbindung mit Finesse- und Jigmethoden auf Barsch verwenden möchte, war mir bereits im Voraus klar, dass ich die Spule mit einer geflochtenen Schnur befüllen werde. Ich war und bin eigentlich immer schon Fan von Daiwa PE-Schnüren und habe in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit der „alten“ Daiwa Tournament 8 Braid, der Daiwa J-Braid x8 und der aktuellen Daiwa Tournament 8 Braid Evo gemacht. Während die Tournament 8 Braid Evo relativ steif für eine 8-fach Geflochtene ist, kommt sie bei mir meistens auf der Baitcaster zum Zuge. Beim Spinning-Equipment wähle ich in 99% der Fälle immer die sehr gute, etwas weichere und relativ günstige Daiwa J-Braid x8 in Chatreuse. Die Daiwa J-Braid x8 ist sehr rund geflochten, ausreichend Leise, verblasst nur langsam, lässt sich gut knoten und verfügt über eine solide Tragkraft. Das beste Merkmal der Schnur ist ganz klar das Preis-Leistungsverhältnis!

Anhand dieser Gründe habe ich mich auch dieses mal für die Daiwa J-Braid x8 in 0,10mm mit 6Kg angegebener Tragkraft und in der Farbe Chatreuse entschieden. Es handelt sich dabei übrigens um den PE-Typ #0.8 von welchem also ca. 130m auf die Spule der Luvias 2506H passen. Ich habe die Geflochtene noch mit ein paar Wicklungen Monofiler Schnur unterfüttert, damit nichts durchrutscht.

Ach – das Wickelbild der Daiwa Luvias 2506H ist im Übrigen genial – ohne Unterlagscheibe 🙂 !

IN DER PRAXIS

Die Daiwa Luvias 2506H darf sich nun als zentrale Komponente in der Praxis beweisen. Wichtige Faktoren wie Robustheit, langlebige Leichtgängigkeit, Verlässlichkeit im Drill und das generelle Handling werden auf Herz und Nieren überprüft.

Zu aller erst möchte ich betonen und darauf hinweisen, dass er mir wichtig war, die Features der Luvias fernab von allen Marketing-Aspekten auch in der Praxis zu testen – sofern das möglich ist. Besonderes Augenmerk soll auf den Zaion-Body und das ATD Bremssystem gerichtet werden, denn das sind für mich tatsächlich Features, die auch im realen Angelalltag überzeugen müssen.

LAUFVERHALTEN BEI KÖDERFÜHRUNG

Es ist immer toll wenn sich eine Rolle im Einzelhandel gut Trockenkurbelt und sich dann am Wasser bei der Köderführung plötzlich nicht mehr so toll anfühlt. Genau dieses Verhalten ist bei der Daiwa Luvias 2506H zum Glück nicht der Fall. Mit einer Übersetzung von 5.6:1 und einem damit verbundenen Schnureinzug von 84cm pro Kurbelumdrehung ist der sogenannte Anlaufwiderstand marginal höher als bei einer „normal“ übersetzten Luvias 2500, was nun mal in der Natur der Sache liegt. Im Vergleich aber mit anderen höher übersetzen Spinnrollen, ist auf Grund des satten und weichen Laufs der Luvias 2506H blind nicht zu erkennen, dass es sich dabei um ein „High Gear“ handelt. Das mag ich persönlich sehr an der Rolle – ein wirklich leichter und weicher Lauf, obwohl man im Hinblick auf die Übersetzung etwas anderes gewohnt ist.

Dementsprechend gut performt die Luvias auch bei der Köderführung. Egal ob beim Faulenzen oder Jiggen von Gummifischen am Bleikopf, beim twitchen von schlanken Minnows oder beim Einkurbeln voluminöser Cranks- und Spinnerbaits fühlt sich das Laufverhalten immer satt und rund an.

Für welche Übersetzung man sich entscheidet – also entweder für eine Luvias mit oder eben ohne „H“ – kommt auf die eigene Vorliebe an. Ich persönlich nutze fürs Spinnfischen mit Gummifischen am Jigkopf gerne eine hohe Übersetzung, denn ich kann den Köder dadurch schneller vom Grund anheben bzw. starten lassen. Bei Ködern die man nur einleiert und welche durch ihre Bauform viel Druck erzeugen, empfinde ich eine normale Übersetzung als angenehmer. Nichtsdestotrotz lassen sich solche Köder auch an einer H-Variante gut führen, indem man einfach etwas langsamer kurbelt.

Daiwa Luvias 2506H 16

Egal ob leichte oder schwere Köder – Die Luvias 2506H besitzt ein breites Einsatzspektrum

ZAION-GEHÄUSE UND ATD-BREMSE IM BELASTUNGSTEST

Rollentechnologien und Features sind ja eigentlich eine gute Sache, welche im Endeffekt dann auch die Spreu vom Weizen trennen. Allerdings bringen diese Features auch teilweise ein „Geschmäckle“ mit – böse Zungen behaupten sogar, dass es nur Marketing-Begriffe der Hersteller sind, welche technisch gar keine Rolle spielen sondern nur geschickt verpackte Verkaufsargumente darstellen. Deswegen war es mir besonders wichtig, in der Praxis auf die nützlichsten Daiwa-Innovationen der Luvias 2506H einzugehen.

Fangen wir beim Zaion-Body an – vorab: ich liebe ihn! Das wichtigste Merkmal des Materials ist die absolute Leichtigkeit. Der Zaion-Body ist größtenteils dafür Verantwortlich, dass die Daiwa Luvias 2506H gerade einmal mit 200g Gesamtgewicht zu Buche schlägt. Das ist für eine Rolle dieser Größe wirklich ein Fliegengewicht und in Verbindung mit leichten Ruten ergibt sich daraus eine wahre Traumcombo. Momentan sitzt meine Luvias z.B. auf einer 105g leichten Eging-Rute (und das bei 2,70m), welche mit 305g Gesamtgewicht langes und ermüdungsfreies Fischen gewährleisten.

Des weiteren kann ich absolut keine Schwäche beim Zaion-Material erkennen. Die Rolle fühlt sich grundsolide und ganz sicher nicht wie ein Plastikbomber an. Die Vorteile von Vollmetallgehäusen sind ja in erster Linie ihre Robustheit und die Verwindungssteife bei Krafteinwirkung (z.B. Rollenfuß) – allerdings resultiert diese Robustheit auch in einem hohen Eigengewicht. Zaion verbindet meiner Meinung nach das Beste aus beiden Welten: zum einen die Möglichkeit zum extremen Leichtbau und zum anderen eine sehr hohe Verwindungssteifheit, sowie Robustheit. Als schönes Beispiel aus der Praxis wäre der Drill & Fang eines 1,30m langen Welses zu nennen, der mir an einer leichten Rute mit ca. 20g max. Wurfgewicht beim Barschangeln gelungen ist. Dort war die Daiwa Luvias 2506H dementsprechenden Kräften ausgesetzt, welche sie mit Bravur gemeistert hat. Ich konnte beim besten Willen keine Nachteile im Vergleich zu einer Spinnrolle mit einem Metallbody feststellen.

Daiwa Luvias 2506H 17

Keine Angst vor Zaion – sieht nicht nur gut aus, fühlt sich auch so an

Auch das ATD Bremssystem (Automatic Tournament Drag) hat in der Praxis meine Aufmerksamkeit positiv erregt. Was vielleicht beim Vergleich helfen könnte ist die Tatsache, dass ich mit der Daiwa Ballistic EX 2500H eine Rolle mit dem Vorgänger-Bremssystem namens UTD (Ultimate Tournament Drag) besitze. Bei dem UTD Bremssystem der Ballistic EX haben wir es bereits mit einer soliden Bremse zu tun, welche allerdings in der Einstellung etwas „nervig“ ist. Man muss nämlich ganz schön lange drehen, bis sich die Bremskraft merklich verringert oder verstärkt. Beim ATD Bremssystem der Luvias wurde die Einstellung der Bremse verbessert, denn es sind nicht so viele Umdrehungen nötig und dennoch bietet die Bremse viel Spielraum für eine Feinjustierung. Der geringe Anlaufwiderstand der ATD Bremse sowie die dynamische Bremskraftsanpassung im Drill sind weitere Verbesserungen im Vergleich zum UTD System. Was ich tatsächlich bestätigen kann ist, dass die Bremse der Luvias die Schnur schon bei Zugkräften unterhalb der eingestellten Bremskraft sehr sanft und zuverlässig freigibt. Dabei wird allerdings die Gegenwehr, sowie die Fluchten des Fisches im Drill beim Erreichen der eingestellten Bremskraft wie vorherbestimmt abgebremst. Auch hier war das Praxisbeispiel der Drill des bereits erwähnten Wallers. Ich hätte euch das Arbeiten des ATD Bremssystem gerne Live gezeigt und es existieren sogar Videos vom Wallerdrill – diese sind aber leider dermaßen schlecht, dass ich damit das Review nicht unnötig kaputt machen will 😀 … Ich gelobe Besserung für den nächsten Test! In Summe kann man hier also festhalten, dass es sich nicht nur um Marketing handelt, sondern die Daiwa Features tatsächlich ihren Zweck erfüllen.

Daiwa Luvias 2506H 18

UTD versus ATD – Gewinner Luvias 2506H

WEITERE AUFFÄLLIGKEITEN

Anhand Praxiserfahrungen wirklich herauszustellen ist noch einmal der wirklich satte und seidenweiche Lauf der Daiwa Luvias 2506H. Es macht einfach Spaß mit dieser Spinnrolle zu angeln und ich erwische mich in den letzten Monaten und Wochen ständig dabei, wie ich die Luvias von Rute A an Rute B schraube und dann über Rute C wieder zurück auf A. Ich glaube ich muss mir tatsächlich noch ein paar mehr Spinnrollen aus der aktuellen Luvias-Serie sichern.

Noch ein kurzer Satz zu Daiwa’s MAG SEALED Technologie: an sich eine gute Sache, aber ein kleiner Dämpfer für alle die selber gerne ihre Rollen warten. Um eine Rolle mit MAG SEALED Technologie zu warten muss diese an Daiwa eingeschickt werden. Da ich meine Luvias nicht im Salzwasser fischen werde, bin ich mal gespannt ob und wann die ersten Abnutzungserscheinungen eintreten werden.

FAZIT

Mit der Luvias 2506H ist Daiwa wirklich ein großartiger Wurf gelungen, denn die Spinnrolle überzeugt im Review in allen Bereichen und hinterlässt einen überdurchschnittlich positiven Eindruck. Angefangen bei der sehr gelungen Optik bis hin zu den einzelnen Features und der zuverlässigen Technik hat man es bei der Daiwa Luvias wirklich mit einer High-End-Rolle zu tun. Final möchte ich nochmal auf den gelungenen Spagat zwischen Leichtbauweise und Stabilität hinweisen, der wirklich keine Wünsche offen lässt. Das merkt man natürlich auch im Preis – allerdings kann man diesen auf Grund der Performance auch nicht wirklich ankreiden.

Zusammengefasst noch einmal alle Stärken und Eigenschaften der Daiwa Luvias 2506H:

  • sehr leichte und dennoch robuste Rollenkonstruktion
  • ausgestattet mit vielen Daiwa-Features und Innovationen
  • sehr ausgeklügeltes Bremssystem mit wertvoller Auswirkung in der Praxis
  • gelungenes und dezentes Design, was an vielen Spinnruten gut aussehen sollte
  • Made in Japan – tadellose Verarbeitung

Zu erwerben gibt es die Daiwa Luvias im gut sortierten Fachhandel und natürlich auch bei zahlreichen Online-Händlern.

LANGZEITERFAHRUNG

Seit Januar 2017 befindet sich die Daiwa Luvias 2506H in meinem Besitz und ich kann aufgrund des langen Frosts bis heute auf etwa ein halbes Jahr Praxisanwendung zurückschauen. Die Rolle läuft ohne zu übertreiben immer noch gefühlt wie am ersten Tag und hat nichts an ihren Vorzügen verloren. In meinem Rollensortiment hat sie sich den ersten Platz erkämpft und ist anhand des großen Anwendungsbereichs für viele Methoden und Zielfische geeignet.

Daiwa Luvias 2506H 22

Daiwa’s Luvias – klare Kaufempfehlung

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Testbericht: Sakura Trinis TRCA 701 M http://www.bite-time.de/2017/08/31/testbericht-sakura-trinis-trca-701-m/ http://www.bite-time.de/2017/08/31/testbericht-sakura-trinis-trca-701-m/#respond Thu, 31 Aug 2017 16:00:49 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17370 Testbericht: Sakura Trinis TRCA 701 M   INHALTSVERZEICHNIS I. Vorwort II. Look & Feel III. Setup IV. In der Praxis V. Fazit VI. Langzeiterfahrung VORWORT Mit der Sakura Trinis TRCA 701 M, bei welcher [...]

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Testbericht: Sakura Trinis TRCA 701 M

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VORWORT

Mit der Sakura Trinis TRCA 701 M, bei welcher es sich um eine Baitcastrute des französischen Herstellers Sakura aus der Trinis Allround Series handelt, schaffte es neben den Ruten von Konger ein weiterer europäischer Exot in ein BiteTime-Review. Der Bezeichnung „Exot“ wird Sakura allerdings lediglich im deutschsprachigen Markt gerecht, denn der Hersteller ist in seinem Heimatland Frankreich und auch in England sicherlich kein Unbekannter. Zurecht möchte man sagen, denn das Line-Up der Tackleschmiede kann sich durchaus sehen lassen!

Zum ersten mal kam ich mit der Marke „Sakura“ – wie sollte es auch anders sein – in einem Angelforum in Kontakt. Postwendend besuchte ich die Firmenwebsite und bahnte mir meinen Weg durch das vielfältige Tackle-Sortiment. Bei der zu diesem Zeitpunkt noch aktuellen Trinis Neo Series machte ich plötzlich halt, denn sowohl das Rutendesign als auch das Datenblatt der Modellreihe wirkte auf mich äußerst überzeugend. Ich schrieb also eine E-Mail an die Herren von Sakura und fragte an, ob es möglich wäre über eine Rute aus dem Line-Up für einen ausführlichen Testbericht zu verfügen. Es vergingen ein paar Tage und ich habe die Hoffnung schon fast aufgegeben, doch dann meldete sich kein geringerer als Franck Rosmann – seines Zeichens Team Manager bei Sakura – bei mir zurück. Er teilte mir mit, dass ihm mein Blog BiteTime sehr gut gefällt (was mich natürlich total stolz macht) und dass man sich ein Review durchaus vorstellen könnte. Allerdings würde für 2017 eine komplett neue Modellreihe mit dem Namen „Trinis“ released werden und es bietet sich an eine Rute aus diesem neuen Line-Up zu testen. So viel die Wahl also schließlich auf die besagte Sakura Trinis TRCA 701 M, welche ich hier nun vorstellen möchte. Bevor es ans eingemachte geht, werde ich aber noch schnell auf die neue Sakura Trinis Serie eingehen.

Die Sakura Trinis Rutenserie umfasst eine Vielzahl an unterschiedlichen Spinning- und Baitcastingruten – in Summe 50 Ruten um genau zu sein – welche sich in acht Kategorien aufteilt. Jede Kategorie erhielt eine bestimmte Farbe, welche zur besseren Unterscheidung zusätzlich in das Rutendesign miteinbezogen wurde. So findet man jeweils an jedem Rutengriff einen farbigen Metallring, der dabei hilft die Rute der entsprechenden Kategorie zuzuordnen.

SILBER = MICRO LURE & DROP SHOT SERIES

LILA= VERTICAL SERIES

ORANGE = ALLROUND SERIES

GELB = LONGE RANGE SERIES

BLAU = FLOAT TUBE SERIES

SCHWARZ = CRANK & SPINNERBAIT SERIES

ROT = POWER GAME SERIES

GOLD = TRAVEL SERIES

Die Trinis Series deckt also so gut wie alles ab, was das Anglerherz begehrt. Es folgt der ausführlich Testbericht zur Sakura Trinis TRCA 701 M, beginnend mit allen relevanten Daten auf einen Blick.

TECHNISCHE DATEN
Hersteller: Sakura
Serie: Trinis
Modellbezeichnung: TRCA 701 M
Typ: Casting
Länge: 2,13m (7,01′)
Transportlänge: 213cm – einteilig
Power: M – Medium
Aktion: Fast
Wurfgewicht: 5-21g
Empfohlene Schnurstärke: 4-12lb
Blank: Mitsubishi Japan IM30T + HM36T
Blankdurchmesser: Tip = 1,5mm / Butt = 12mm
Beringung: Fuji Alconite K-Guides
Anzahl Ringe: 10
Griffmaterial: EVA & Triple A Kork + Fuji PTS Rollenhalter
Gesamtgewicht: ca. 170g
Preis: ca. 160 Euro (FR) / ca. 200€ (DE)

LOOK & FEEL

UNBOXING

Die Sakura Trinis TRCA 701 M wurde in einem massiven und entsprechend langem Versandrohr verschickt und war sehr vorbildlich und sicher verpackt. Die Rute wird mit einem gut gepolsterten Neoprenfutteral ausgeliefert, auf welchem man das Herstellerlogo und die Rutenbezeichnung wiederfindet.

Konger Dynamix Jig MH 01

Die Sakura Trinis TRCA 701 M ausgepackt

DESIGN

Wie immer angelt bei mir auch das Auge mit, also kommen wir zu den optischen Aspekten der Baitcastrute. Bei der Sakura Trinis TRCA 701 M haben wir es meiner Meinung nach mit einem wirklich sehr hübschen und gelungenen Rutendesign zu tun.

Der anthrazit-farbene Blank verfügt vom Griff bis hin zum Leitring über ein eine zusätzliche Kohlefaserkreuzwicklung. Diese ist an einem kurzen Stück, unmittelbar nach dem Ende des Foregrips zusätzlich mit einer Schicht Klarlack überzogen, an welchem auch die Typographie aufgebracht wurde. Ansonsten ist das Blankfinish matt und ab dem Leitring bis hin zur Rutenspitze dann ungeschliffen. Die Ringstege sind alle sehr flashy in Silber gehalten und passen gut zu den in Silber, Orange und Gold gehaltenen Applikationen und Ziernähten, welche man über den kompletten Aufbau wiederfindet.

Beim Griffaubau angekommen wurde ein Splitgrip verbaut, welcher sich aus einem Foregrip bestehend aus einer Carbonblende und einem Stück EVA – einem Mittelstück aus Kork unmittelbar nach dem Rollenhalter und einem Endstück erneut aus EVA zusammensetzt. Für mich persönlich an dieser Stelle leider ein kleiner Wermutstropfen, denn wie die meisten von euch wissen sind mir Griffstücke aus EVA bzw. Duplon mittlerweile sowohl aus optischer als auch haptischer Sicht lieber als Kork. Der Fuji-Rollenhalter ist glänzend schwarz lackiert.

Der Griffaubau ergibt folgende Bemaßung:

L1 = 29,4cm (bis goldener Zierring) / L2 = 42,7cm / L3 = Foregrip bestehend aus Carbonblende und schraubbaren EVA-Stück 4,1cm

Trinis C701M Grip

Der Griffaufbau – Sakura Trinis TRCA 701 M

So eine Rute in Worten zu beschreiben ist immer so eine Sache. Folgende Bilder leisten euch hoffentlich eine bessere Beschreibung, als die vielen Worte 🙂

KOMPONENTEN

Wer sich für eine Rute aus der Trinis Serie entscheidet, erhält bewährte FUJI-Komponenten aus dem gehobenen Mittelklasse-Segment. Bei der Sakura Trinis TRCA 701 M sprechen wir konkret über eine Fuji Alconite K-Frame Beringung und einen extra schwarz lackierten Fuji PTS Rollenhalter (Palming Trigger Reel Seat). Der PTS-Rollenhalter verfügt über eine Aussparung an der Unterseite, welche direkten Blankkontakt ermöglicht.

Kommen wir zum Herzstück der Rute – natürlich dem Blank. Es wurden Kohlefasermatten aus zwei unterschiedlichen Güteklassen vom japanischen Premium-Kohlefaserhersteller „Mitsubishi“ zur Herstellerung des Blanks verwendet. Sakura gibt des weiteren an, dass es sich bei den Faserverbundwerkstoffen um Material mit „low resin content“ – also weniger Harz- für mehr Faseranteile – handelt.  IM30T-Kohlefaser (Intermediate Modulus) bietet die Grundlage für den Basisblank und erstreckt sich über die komplette Rutenlänge. Zusätzlich wurde HM36T-Kohlefaser (High Modulus) im Griff- und Backbonebereich des Blanks integriert, um eine höhere Sensibilität, mehr Power-Reserven und weniger „Verdrehung“ des Blanks (= genauere Würfe) zu garantieren. Wie bereits beim Rutendesign erwähnt, verfügt die Rute auch über eine sichtbare Kreuzwicklung. Ob es sich dabei nun um die genannte HM36T-Kohlefaser handelt, kann ich nicht beurteilen. Was allerdings bekannt ist, ist dass eine solche zusätzliche Kreuzwicklung neben einem coolen Look auch für mehr Kraft und weniger Verdrehung sorgt.

Ach – ganz vergessen. Die Sakura Trinis TRCA 701 M verfügt zwar nicht über eine fest angebrachte Hakenöse zum Einhängen der Köder, aber es befindet sich ein original Fuji Baitholder (schwarz) im Lieferumfang bzw. bereits am Blank mit Hilfe eines Gummis angebracht. So Lob ich mir das – sollte man eigentlich bei jeder Rute mit fehlender Hakenöse über 150€ erwarten dürfen.

VERARBEITUNG

Was sich bei meinem Exemplar aus der Trinis Allround Series definitiv sehen lassen kann, ist die makellose Verarbeitung. Die qualitativ hochwertigen Komponenten wurden akkurat angebracht und verklebt, ohne Rückstände oder Unsauberkeiten. Der Blank ist pfeilgerade, ebenso ist es die Flucht der verbauten Fuji-Ringe. Hier gibt es wirklich keine Minuspunkte zu verteilen.

TROCKENWEDELN & BIEGEKURVE

Kommen wir zum peniblen Probewedeln im Trockendock – verfügt ein Blank laut Herstellerangabe über ein Fast Taper (sowie bei der TRCA 701 M angegeben), so geht man ja im Normalfall von einer Spitzenaktion aus. Das kommt hier aber ganz und gar nicht hin – was auch nicht weiter schlimm ist. Warum? Nun wir befinden uns immerhin in der „Allround Series“ und eine Spitzenaktion ist für viele Methoden nicht unbedingt geeignet – zumindest ist es meiner Meinung nach die falsche Aktion für einen allroundigen Charakter. Um meine Vermutungen beim Wedeln zu bestätigen, habe ich für euch mal ein 500g Gewicht an die TRCA 701 M gehängt, um die Aktion zu bestimmen.

Trinis C701M Grip

Fast Taper aber semi-parabolische Aktion

Wie man auf der Abbildung erkennen kann, biegt sich der Blank bei einer Belastung von 500g in der waagrechten gute 2/3 seiner Gesamtlänge, bis hin zum Leitring. Danach setzt dann das Backbone ein. Ich würde diese Kurve als semi-parabolisch bezeichnen, was je nach Rückstellgeschwindigkeit die ideale Aktion für eine Allround-Rute darstellt. Die Güte der Rückstellgeschwindigkeit, welche für Methoden wie Jiggen und diverse Rigs relevant ist, muss in der Praxis in Erfahrung gebracht werden.

SETUP

Um die Rute in der Praxis auf Herz und Nieren testen zu können, benötigt sie natürlich eine passende Rolle und Schnur. Ich habe mir die Shimano Casitas 151 HG mit einer Übersetzung von 7.2:1 ausgesucht. Der aus XT-7 Graphit bestehende, anthrazit-farbene Rollenkörper der 190 Gramm schweren BC-Reel passt natürlich optisch – wie ich finde – sensationell zur Sakura Trinis TRCA 701 M. Außerdem bedient die Rolle das gesamte Wurfgewichtsspektrum der mit „medium“ angegebenen Rute. Wobei ich an dieser Stelle gleich sagen möchte, dass die Casitas 151 HG den unteren Wurfgewichtsbereich – also 5 Gramm – nicht bis zum Mond wirft. Dafür gibt es andere, sehr viel teurere Rollen und man benötigt auch eine andere Rute 🙂 … Als Bremssystem wurde Shimano’s aktuelles SVS Infinity mit 4 Bremsklötzen und einem externen Dial verbaut. Weitere Features sind 4+1 Kugellager und die 14 Gramm schwere S3D Spool für weniger Vibrationen beim Wurf.

Als Schnur habe ich mich für die neue Daiwa J-Braid x4 in Gelb mit einem Durchmesser von 0,13mm und einer angegeben Tragkraft von 5,9Kg entschieden. Die Schnur ist im Vergleich zur J-Braid x8 um einiges starrer, was beim Baitcasting einen Vorteil darstellt.

IN DER PRAXIS

Beim Praxisteil angekommen geht es jetzt natürlich darum herauszufinden, wie sich die Sakura Trinis TRCA 701 M am Wasser schlägt. Aber ich möchte auch herausfinden, ob die Sakura Trinis Allround Series hält was der Name verspricht – also die umworbene Allroundtauglichkeit.

Mit 2,13m besitzt die einteilige Rute eine angenehme Länge für das Baitcasten vom Ufer aus (deswegen habe ich mir auch dieses Modell ausgesucht) und ist auch gerade noch so im Wohlfühlbereich für die Bootsangelei. Wenn man so will sind das erste Tendenzen in Richtung Allround – eine Rute für jegliche Situationen, natürlich im Bereich ihres Power-Rankings.

Ganz so einfach lasse ich es der TRCA 701 M aber nicht durchgehen, also ab ins Detail.

Sakura Trinis TRCA 701 M 18

Allround Series – wirklich ein Alleskönner?

DER BLANK – AKTION, HANDLING & SENSIBILITÄT

Wie bereits beim ersten Trockenwedeln vermutet, anhand der Biegekurve dann aber eigentlich auch schon bestätigt, lässt auch die Praxis im Drill auf eine semi-parabolische Aktion und in Sachen Köderführung auf eine Aktion mit progressiven Verhalten schließen. Beim Jiggen von Softbaits und Twitchen von Hardbaits arbeitet das erste Drittel des Blanks schön mit. Im Drill geht die Rute je nach Fischgröße und Gegenwehr relativ zügig bis zur Hälfte mit und so werden Kopfstöße und Sprünge ausreichend gepuffert.

Die verwendeten Materialien des Blanks lassen eigentlich auf eine hochmodulierte Rute schließen, was aber in Punkto Rückmeldung und Rückschnellgeschwindigkeit nicht so ganz eintritt. Für eine reinrassige Jig- & Rigrute wäre mir die Sakura Trinis TRCA 701 M auf jeden Fall nicht sensibel genug. Der Blank ist jetzt nicht vollkommen Taub und auch die Bisse von kleinen Barschen kommen ausreichend stark, sowie klar am Griff an – aber um jetzt jede Veränderung des Gewässerbodens detailliert über den Blank abklopfen und deuten zu können reicht die Rückmeldung nicht aus. Die Rückstellgeschwindigkeit ist zumindest ausreichend um Softbaits am Jig oder Rig zielführend zu animieren.

Das Handling der Rute ist gut und die Länge macht sich definitiv auch in Sachen Wurfweite und Drillkontrolle sehr nützlich. Ein ganztägiges, ermüdungsfreies Fischen mit dem angegeben Setup ist für mich persönlich möglich, auch wenn ich die 170 Gramm Gesamtgewicht der Rute als etwas viel Empfinde. Ich kann nur vermuten, dass der Gewichtsunterschied zu anderen Baitcastruten in der gleichen Preisklasse, dem gleichen Power-Rating und einer ähnlichen Länge welche ich mir angeschaut habe, vom Griffaufbau der TRCA 701 M stammt. Damit ist sie jetzt zwar kein Leichtgewicht, aber übernötig dramatisieren will ich den Gewichtshype nun auch nicht – alles noch im Rahmen.

GEEIGNETE ANWENDUNGEN & METHODEN

Was den Zielfisch angeht, so wird die TRCA 701 M in Frankreich sicherlich in erster Linie zum Angeln auf Bass eingesetzt. Für unsere Gewässer und für meine Angelei heißt der Zielfisch ganz klar Barsch, wobei ich sie mir auch als Rapfenrute vorstellen könnte.

Diese Rubrik eignet sich nun sehr gut um zu bestimmen, ob es sich bei der Sakura Trinis TRCA 701 M tatsächlich um einen gelungenen Allrounder handelt.

Bereits festhalten lässt sich, das gejiggte und geriggte Softbaits jetzt nicht ihr Steckenpferd sind – sich aber dennoch ausreichend passabel fischen lassen. Wie sieht es jetzt nun mit Methoden aus, die sich mit Hardbaits befassen? Hier gibt es ein kleines Pro für die TRCA 701 M, denn das Twitchen von Hardbaits wie z.B. dem Bassday Mogul Minnow 66SP Dart, dem Illex Squirrel 76SP oder dem Lurefans R70S – aber auch Topwaterköder wie der Illex Water Monitor 85 lassen sich sehr gut werfen und animieren. Auch kleine und mittlere Crankbaits (bei den mittleren allerdings nicht unbedingt Deep Diving Modelle) machen eine gute Figur. Der Vollständigkeit halber habe ich auch noch Spinner- und Chatterbaits (P&M Gunki Spinnerbait 10,5g und Fish Arrow KO Chatter 7 + Geecrack Gyro Start 3,5 Inch) getestet und würde ihr hier ein „Gut“ assistieren.

Die TRCA 701 M passt also von der Bezeichnung her ganz gut in die „Allround Series“, auch wenn ihr der Spagat zwischen allen gängigen Methoden nicht perfekt gelingt.

REALES WURFGEWICHT

Der Hersteller Sakura gibt ein Wurfgewicht von minimal 5 Gramm bis zu maximal 21 Gramm an und bewegt sich damit im gängigen Wurfgewichtsspektrum von Bassrods mit Medium-Rating. Bis auf eine leichte Korrektur der unteren Grenze gehe ich auch d’accord mit dieser Angabe. Ab Ködern mit ca. 7 Gramm macht es meiner Meinung nach Spaß mit der TRCA 701 M. Ein Carolina Rig mit einem 14g Tungsten Bullet + 4 Inch Easy Shiner stellt mit 19g Gesamtgewicht den oberen Wohlfühlbereich dar. Schwerer als 21g Gesamtködergewicht würde ich wirklich nicht an der Rute werfen und fischen wollen.

FAZIT

Nach dem ausgiebigen Test der Sakura Trinis TRCA 701 M bleiben viele positive, aber auch ein paar negative Eindrücke zurück. Hervorzuheben und durch die Bank positiv sind die hochwertigen Komponenten der Sakura, die perfekte Verarbeitung und das breite Einsatzspektrum an diversen Methoden, welche sie wirklich zum Allrounder macht. Negativ ist für mich persönlich der Korkgriff (wobei dieser bei vielen auch ein gerngesehenes Feature sein wird 😉 ), das relativ hohe Gesamtgewicht der Rute und die eben nur befriedigende Leistung bei Softbaits am Jigkopf oder Texas- bzw. Carolina-Rig. Für einen Angler, der sich gerne auf jede Methode weitestgehend spezialisiert und dem es auch Spaß macht sich tonnenweise Tackle anzuschaffen, reicht die Performance der TRCA 701 M nicht aus, um die Eierlegendewollmilchsau in Perfektion darzustellen. Aber jeder Angler, der bereit ist Kompromisse einzugehen um nur mit einer Rute am Wasser zu sein, sollte sich die Sakura Trinis TRCA 701 M auf jeden Fall mal näher anschauen!

Zusammengefasst noch einmal alle Stärken und Eigenschaften der Fullrange C65MH:

  • hochwertige Markenkomponenten von Fuji
  • hochwertige IM30T + HM36T Kohlefasermatten von Mitsubishi Japan
  • Kreuzwicklung für Power-Reserven und einen modernen Look
  • hohe Bandbreite an einsetzbaren Methoden

In Deutschland gibt es Ruten von Sakura und auch die Trinis Serie z.B. bei folgendem Online-Shop:

Sakura Ruten in DE online kaufen

LANGZEITERFAHRUNG

Seit Januar 2017 befindet sich die Sakura Trinis TRCA 701 M nun in meinem Besitz und an den Feststellungen aus dem Fazit hat sich auch nach den letzten Monaten nichts mehr verändert.

Sakura Trinis TRCA 701 M 30

Ein gelungener Allrounder für alle die am Wasser flexibel sein wollen

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Tackle-News: Shimano Curado 200K http://www.bite-time.de/2017/07/12/tackle-news-shimano-curado-200k/ http://www.bite-time.de/2017/07/12/tackle-news-shimano-curado-200k/#respond Wed, 12 Jul 2017 09:49:29 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17409 Tackle News: Shimano Curado 200K   INHALTSVERZEICHNIS I. Vorwort II. Alle Fakten zur neuen Curado VORWORT Seit dem 11. Juli 2017 findet die ICAST 2017 in Orlando statt und hinter einem der vielen Vorhänge wartet ein alter Bekannter darauf, im [...]

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Tackle News: Shimano Curado 200K

  INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

Seit dem 11. Juli 2017 findet die ICAST 2017 in Orlando statt und hinter einem der vielen Vorhänge wartet ein alter Bekannter darauf, im neuen Gewand vorgestellt zu werden. Ich rede von keiner geringeren BC-Rolle als der legendären Shimano Curado, welche unbestritten zu dem Arbeitstier schlecht hin im mittleren Preissegment gezählt werden darf. Der Nachfolger der aktuellen Curado 200i hört auf den Namen „Shimano Curado 200K“ und ist schicker den je! Die ersten Bilder und Informationen sind bereits geleaked, deswegen möchte ich euch alle verfügbaren Informationen kurz und prägnant in dieser Ausgabe der BiteTime Tackle News vorstellen. Ich wünsche viel Spaß dabei 😉

ALLE FAKTEN ZUR NEUEN CURADO

SPEZIFIKATIONEN

Auch wenn ich schon angedeutet habe, dass es sich bei der neuen Shimano Curado 200K aus optischer Sicht um eine richtige Sahneschnitte handelt, stehen natürlich die technischen Spezifikationen und Features der Rolle im Vordergrund. Die neue Serie beinhaltet 6 Rollen mit unterschiedlichen Übersetzungen von normal bis super schnell, sowie jeweils ein Links- und ein Rechtshandmodell pro Übersetzung. Wenn wir uns die neue Curado im Vergleich zu ihrem Vorgänger anschauen, so ist diese um 10% kleiner und damit kompakter – bringt allerdings 5 Gramm mehr auf die Waage.

TECHNISCHE DATEN
Modell Übers. Schnurf. (lb/yd) Kgl. Gewicht UVP
CU200K 6.2:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99
CU201K 6.2:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99
CU200KHG 7.4:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99
CU201KHG 7.4:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99
CU200KXG 8.5:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99
CU201KXG 8.5:1 8/180, 10/155, 14/110 6+1 215g $179.99

FEATURES

Let’s talk about Features, Baby – denn davon hat die neue Curado 200K einige zu bieten.

HAGANE BODY:

Hagane is in the air“ – so will man fast meinen, denn Shimano klammert sich seit der Begriffeinführung ständig und bei fast jeder Gelegenheit an diesen. Das Marketing-Wort „Hagane Body“ steht für das Material, welches für das Gehäuse bei einer Rolle verwendet wird. Es wäre nun ein Trugschluss zu behaupten, dass Hagane Body immer mit einem Metallkörper aus z.B. Aluminium gleich zu setzen ist, denn auch wenn Magnesium oder Shimano’s CI4+ zum Einsatz kommt, spricht man von einem Hagane Body. Bei der Curado 200K handelt es sich aber tatsächlich um ein kompaktes Rollengehäuse aus Aluminium und somit haben wir es „curado-typisch“ mit einem kleinen Panzer zu tun!

Die Sideplate, welche Zugang zum Bremssystem gewährt, besteht allerdings aus dem Verbundstoff CI4+, was das ein oder andere Gramm Gewicht ersparen soll.

SVS INFINITY:

Bei der Curado 200K setzt Shimano auf das neue SVS Infinity Centrifugal Brake System (auf deutsch: die überarbeitete bzw. neue Version der SVS Fliehkraftbremse), welche zum ersten mal bei der viel teureren Aldebaran Serie vorgestellt wurde. Dieses Bremssystem kenne ich schon von der Shimano Casitas und der Curado 70. Zum einen können nach dem Aufklappen der Sideplate Pins aktiviert und deaktiviert werden und zusätzlich kann von außen eine Feinjustierung über das „Dial“ vorgenommen werden, welches den Abstand des Bremskonus reguliert.

MICROMODULE:

Vielleicht das unerwartetste Upgrade der Curado 200K – das MicoModule Gear, welches bis dato lediglich in der Oberklasse verbaut wurde, soll sich positiv auf ein sattes und leichtgängiges Kurbeln auswirken. Die Rolle sollte also spürbar „smoother“ zu handeln sein.

STARKE BREMSE:

Die neue Curado 200K hat eine kraftvolle Bremse mit 5kg angegebener Bremskraft verbaut. Die Jungs von TackleTour (meine großen Vorbilder) haben sogar 5,5KG im Labor bestätigt.

NEW LOOK

Last but not least kommen wir auf das neue Design der Curado zu sprechen. Alter – was ein Brett! Schaut man sich die lange Historie der Curado-Serie an, so war bis dato bei fast jedem Release die Farbe Grün Hauptbestandteil des Layouts. Ein Grund, warum für mich alle Curados vor der 200i ein No-Go waren, denn Grün geht bei Baitcastrollen wirklich gar nicht. Vor allem kein komisches Moosgrün – igitt!

Zum Glück setzt Shimano bei der neuen Curado 200K nur auf eine grüne Spool, welche man nach Schnurbefüllung ja eh nur noch bedingt sieht. Dazu kommt ein anthrazitfarbener Body mit goldenen Highlights, silbernem Handle und schwarzen Knobs – aber seht selbst:

AUSSICHT & VERFÜGBARKEIT

So, dass war es nun erst einmal mit dem Hype um die neue Shimano Curado 200K 😉 ! Wann und ob die Rolle auf den deutschen Markt kommt, ist noch unklar. Ich bin mir aber relativ sicher, dass wir mit der neuen Curado in DE rechnen dürfen. Da die Curado 200K ein toller Partner für alle MH und H Baitcastruten sein dürfte, könnt ihr davon ausgehen, dass ich mir ein Exemplar davon sichern werde.

Ansonsten besucht doch noch den Blog von TackleTour – die haben wirklich mal wieder einen tollen Preview-Artikel zur Curado 200K veröffentlicht!

TackleTour: First Look Inside the New Shimano Curado K Series Baitcasters
Shimano Global Introduction New Curado

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Preview: Fishing the Netherlands 05/2017 http://www.bite-time.de/2017/05/19/preview-fishing-the-netherlands-052017/ http://www.bite-time.de/2017/05/19/preview-fishing-the-netherlands-052017/#comments Fri, 19 May 2017 06:28:48 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17179 Preview: Fishing the Netherlands 05/2017 VORWORT Holland ist die geilste Stadt der Welt... Ja ne, is klar! Aber geil sind die Niederlande für uns Raubfischangler ja schon und genau deswegen verschlägt es mich Ende Mai auch dorthin 8-) ! Zusammen mit zwei Bekanntschaften aus dem wunderbaren Forum Barsch-Alarm.de will ich [...]

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Preview: Fishing the Netherlands 05/2017

VORWORT

Holland ist die geilste Stadt der Welt… Ja ne, is klar! Aber geil sind die Niederlande für uns Raubfischangler ja schon und genau deswegen verschlägt es mich Ende Mai auch dorthin 😎 ! Zusammen mit zwei Bekanntschaften aus dem wunderbaren Forum Barsch-Alarm.de will ich die bekannten, küstennahen Binnengewässer Haringvliet, Hollands Diep und Co im Rhein-Maas-Delta kennen lernen. Mit kennen lernen meine ich natürlich, den räuberisch lebenden einheimischen Schuppenträgern mit Spinn- und Baitcastcombo nachzustellen und mit etwas Glück die Personal Bests ein wenig in die Höhe zu treiben 😉

PLANUNG & VORBEREITUNG

Ob ihr es glaubt oder nicht – der Trip nach Holland wird mein aller erster Angelurlaub. Wahrscheinlich fällt dieser mit vier Angeltagen auch gleichmal standesgemäß viel zu kurz aus, aber man muss sich in den kommenden Jahren ja auch noch steigern können 😉 … Auf jeden Fall wollen wir vom 26.-30.05.2017 zusammen mit Guide Martin das Maximum herausholen. Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass wir sofern das Wetter mitmacht mit Martin (einem absoluten Gewässerkenner & anhand der Fangbilder auch sehr erfolgreichen Angler), dieses Ziel auch erreichen werden!

Da es ja wie bereits angesprochen mein erster Angeltrip im Ausland sein wird, ist die Vorfreude seit Monaten extrem und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. An dieser Stelle würde ich mich gerne für die Einladung meiner zwei Reisebegleiter bedanken, denn ohne diese wäre ich wahrscheinlich nicht so schnell nach Holland gekommen.
Es lebe die Community!

Was braucht man eigentlich für so einen mehrtägigen Ausflug? Zahnbürste, Unterhosen, Ersatzschuhe – waaaaaaah nein, alles scheiß egal – man braucht in erster Linie einen Plan und … TACKLE 😀 !!! Tackle, Tackle, Tackle bis der Affe völlig ausbricht! Jap, schön wär’s – man sollte sich dringend im voraus darüber klar werden, wie man am meisten Angelzeit aus den gegebenen Tagen herausholen kann. Dazu gehört es genau abzuwägen, welche und wie viele Combos man braucht um für alle Situationen gewappnet zu sein und um die maximale Flexibilität zu gewährleisten. Dazu wiederum muss man die Zielfische und die einzusetzenden Köder & Methoden kennen. Genauso bin ich in etwa vorgegangen:

Wir wollen uns primär mit unseren Lieblingsfischen – natürlich den Barschen – beschäftigen. Das ist dann Gott sei Dank (hoffentlich) nicht die Kinderstube, mit denen ich mich hier im Süden Woche für Woche herumschlage, sondern es handelt sich um hungrige Monsterkirschen, die sich dann bitte bitte an meinen Baits vergreifen mögen. Im Umkehrschluss muss ich also nicht mit 2 bis 3 Inch Gummis und der UL-Flitsche anreisen, sondern orientiere mich an Ködergrößen ab 3,5 Inch (der 3,3″ FSI kommt sicherheitshalber auch noch mit 😀 …) bis ca. 5 Inch. Das trifft sich ganz gut, denn als Beifang an den Barschspots wird sich auch der ein oder andere Zetti aufhalten – ein gern gesehener Gast 🙂 . Da ich mit dem Zug bis nach Düsseldorf fahren muss, sind für mich einteilige Ruten schon mal raus, denn durch den ICE mit ner ü2-Meter Abflussrohr-Bazooka zu laufen, darauf habe ich keinen Bock *g*… Also kurz mal in den aktuellen Rutenbestand schauen -> hmmm am Besten irgendwas Richtung Medium / Medium Hard für Barsch & Zander, sowie die erwarteten Ködergewichte. Spinning: Shimano Zodias = geil, aber einteilig und dadurch zu lang / Gamakatsu Akilas = nee kein Bock / Palms ShoreGun = auch zu lang. Baitcast: Sakura Trinis = perfekter Allrounder, aber einteilig / Tailwalk Fullrange = sowieso ein Traum, aber auch einteilig 🙁 … Ihr seht – es ist gar nicht so einfach.

Aber zum Glück gibt es Nippon-Tackle.de ! Kurzer Hand eingeloggt und als zweiteilige BC-Rute die A-TEC Crazee Bass C662M bestellt, dazu noch die Tailwalk Del Sol S672MH aus dem Partnerprogramm klar gemacht. Und schon ist man bestens für Barsch und Zander gerüstet! Anbei ein paar Bilder der beiden Ruten (die Tailwalk Fullrange C71ML/CC bitte ignorieren – die hab ich mir als extra Zuckerl für die heimischen Gewässer gegönnt 😀 …).

… AND WHAT ABOUT PIKES?

Zufrieden und selbstgefällig saß ich also in meinem Sessel und träumte vom Angeln in Holland, Pommes Frites und mit Palmblättern wedelnden Käsereifachverkäuferinnen im Minirock – bis plötzlich das iPhone klingelte… Stimmt ja – Urlaubsbesprechung! Dreierkonferenz! Totale Eskalation und gegenseitiges Hochschaukeln bis der Sabber auf den Boden prasselt 😀 . Ein Gespräch unter Männern, wie man es im Wilden Westen noch ums Lagerfreuer sitzend abhielt – nur ging es bei uns natürlich ums Angeln! Tja und dann auf einmal in etwa folgender O-Ton: „Also wir gehen dann ja auf jeden Fall primär auf Barsche und der ein oder andere Zander kann da auch um die Ecke schauen, aber ich hätte mega Bock dann mal so einen Tag auf dicke Hecht-Mamas…“.

Oh man, na klar – dort gibt es natürlich auch dicke Pikes! Aber moment, ich hab ja gar kein Pike-Tackle 🙁 … Verdammt, und was jetzt? Kurz die beiden Jungs gefragt und nach ner auszuleihenden Hechtcombo gebettelt, aber leider hatte keiner eine über.

Auch hier haben das Barsch-Alarm-Forum und Nippon-Tackle die Situation retten können! Über den Marktplatz auf Barsch-Alarm konnte ich eine gebrauchte, aber optisch und technisch 1A Daiwa Tatula Type-R 100H schießen und das Partnerprogramm konnte noch eine Tailwalk Fullrange C71H/CC aus den Vollen zaubern. Diese Rute ist zweiteilig und mit 2 Unzen gerated, was für Köder wie einen 21g Spinnerbait, diverse Fish Arrow DK Chatterbaits oder den Keitech FSI 5.8 Inch am 10g Weighted Offset Hook auf jeden Fall ausreichen sollte.

AUSBLICK

Ja Leute, soviel zur kleinen Preview rund um meinen bzw. unseren Holland-Trip 2017. Ich hoffe ich konnte euch etwas Bock auf den dann bald folgenden Reisebericht machen. Ich habe auf jeden Fall extrem viel Bock auf den Trip, auf die Jungs und wünsche mir, dass unsere Erwartungen erfüllt werden. Des Weiteren werde ich natürlich auch noch ausführliche Testberichte zum verwendeten Tackle nachreichen und ihr werdet ganz sicher kein Detail verpassen. Ich bin dann erst mal raus – wir lesen uns im Juni wieder 🙂 !

Haut rein und Tight Lines
Marc@BiteTime

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Testbericht: Tailwalk ELAN MTX 81L http://www.bite-time.de/2017/04/10/testbericht-tailwalk-elan-mtx-81l/ http://www.bite-time.de/2017/04/10/testbericht-tailwalk-elan-mtx-81l/#comments Mon, 10 Apr 2017 19:09:55 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17068 Tailwalk ELAN MTX 81L VORWORT Mit der Tailwalk ELAN MTX 81L - genauer gesagt der limitierten 10th Anniversary Version, schicken die Japaner eine schicke Baitcastrolle ins Rennen, welche sich BiteTime in einem exklusiven Langzeittest ganz genau angesehen hat. Die Fraktion der "Baitcastjünger" erhält zumindest gefühlt immer mehr Zuwachs. Kein [...]

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Tailwalk ELAN MTX 81L

VORWORT

Mit der Tailwalk ELAN MTX 81L – genauer gesagt der limitierten 10th Anniversary Version, schicken die Japaner eine schicke Baitcastrolle ins Rennen, welche sich BiteTime in einem exklusiven Langzeittest ganz genau angesehen hat. Die Fraktion der „Baitcastjünger“ erhält zumindest gefühlt immer mehr Zuwachs. Kein Wunder, denn das Baitcasting liegt nicht nur voll im Trend, sondern macht auch unheimlich viel Spaß und ist im Vergleich zum klassischen Spinnfischen einfach mal was anderes. Die Königsdisziplin im Multi- und Low-Profile-Bereich stellt das Werfen von sehr leichten Ködern dar, dementsprechend hochpreisig ist hier auch der Einstieg. Einen Grund mehr sich das Review der Elan MTX 81 zu Gemüte zu führen, denn diese Rolle ist eine Option für leichte und mittelschwere Köder.

Bei dieser Rolle handelt es sich um einen Artikel aus dem Nippon-Tackle Partnerprogramm, dass heißt ich konnte diesen kostenlos Probefischen. So viel sei an dieser Stelle gesagt, denn wie immer steht auf BiteTime vor allem die komplette Transparenz im Vordergrund.

Jetzt aber Feuer frei und weiter geht’s mit dem Review!

UNBOXING

Zum Zeitpunkt der Lieferung waren für mich Baitcastrollen eigentlich nichts neues mehr, aber dennoch war die Vorfreude auf den Exot relativ hoch. Anhand der Produktbilder auf der Nippon-Tackle-Website ahnte ich schon, dass es sich bei der Elan optisch um einen richtigen Leckerbissen handeln musste.

Bereits die Verpackung machte einen sehr hochwertigen Eindruck und so verwunderte es mich nicht, dass die Elan in einem passenden Neopren-Überzieher wunderbar geschützt im Karton lag. Zusätzlich befindet sich ein Fläschchen mit Rollenöl (sehr nice) und die Bedienungsanleitung im Lieferumfang.

DESIGN

Wie bei den Angelruten spielt das Design auch bei den Rollen – zumindest für mich – eine wichtige Rolle. Es gibt doch fast nichts schöneres, als wenn Rute & Rolle optisch (natürlich sollte es in erster Linie natürlich auch technisch passen) perfekt aufeinander abgestimmt sind 😛 … Der Body und die Sideplates der Tailwalk ELAN MTX 81L verfügen komplett über ein matt-schwarzes Finish, was sich gleichzeitig auch sehr positiv auf die Haptik der Rolle auswirkt. Die metallenen Parts wie Spulenbremse und die Anbauteile des Handles sind schwarz-kirschrot lackiert und runden die Erscheinung der Rolle ab. Mein persönliches Highlight ist das Carbon Handle der Elan: es sieht einfach nur stark aus und spart dabei noch ein paar Gramm Gewicht. Normalerweise muss man sich ein Carbon Handle separat als recht teures Tuning-Teil zu den BC-Rollen dazu bestellen, bei der Elan ist es gleich von Werk aus – Out of the Box – mit dabei.

Ansonsten spart Tailwalk bei der Elan nicht an Beschriftung. Eine Menge weißfarbene Typografie wurde an fast jeder erdenklichen Stelle angebracht. Neben der Hersteller- und Modellbezeichnung ist der Slogan, die Übersetzung und die Anzahl der verbauten Kugellager aufgedruckt. Für mich fast ein bisschen zu viel des Guten, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Dennoch ist das Erscheinungsbild der Tailwalk ELAN MTX 81L in Summe gut gelungen!

AUSSTATTUNG & QUALITÄT

Wie immer darf in einem Testbericht eine Tabelle mit allen relevanten Daten nicht fehlen 🙂 – here you go:

TECHNISCHE DATEN
Hersteller: Tailwalk
Serie: Elan
Modellbezeichnung: MTX 81L 10th Anniversary Limited
Typ: Low Profile
Gewicht: 178g laut Hersteller / 183g laut Küchenwaage
Bremskraft: 6,5kg
Schnurfassung: 8-14lbs / 150 m
Übersetzung: 8.1:1
Schnureinzug: 89cm
Anzahl der Kugellager: 11 (10+1)
Bremssystem: Fliehkraftbremse (6 Pins)
Sonstige Features: 85mm Carbon Handle
Preis: ca. 259 Euro

KOMPONENTEN

An dieser Stelle angekommen würde ich gerne ins Detail gehen und die Komponenten bzw. Features der Tailwalk ELAN MTX 81L aufzählen und beschreiben. Beginnen wir mit dem Rollenkörper (Body) und den Seitenplatten (Sideplates) der Rolle, denn alle Gehäuseteile bestehen aus druckgegossenem Aluminium, welches eine aufwendige Oberflächenbehandlung genossen und dadurch ein angenehmes, mattes Finish erhalten hat. Diese Oberfläche ist – „praxiserprobt“ – äußerst resistent gegen Kratzer und Macken, sowie sehr leicht zu reinigen. Auch das Maingear besteht im übrigen aus Aluminium. Zusätzlich gesellt sich zum robusten Gehäuse ein verwindungsfestes und ebenfalls sehr leichtes Graphit (Kohlenstoff) Handle im passenden Carbonlook, an welchem zwei mit EVA überzogene Knobs angebracht sind. Die Knobs sind gut und angenehm zu greifen, sowie mit jeweils zwei Kugellagern ausgestattet. Im Großen und Ganzen betrachtet kurbelt sich die Elan MTX 81L wirklich ausgesprochen smooth. Alle verbauten Komponenten bringen nach eigener Messung in Summe 183g auf die Waage und somit erhält man einen gesunden Mittelwert zwischen Leichtigkeit und Kraft.

Die mit nur 12 Gramm (inkl. Spulenschaft) sehr leichte Dularmin-Spule ist gelocht und bietet eine Schnurfassung von ca. 150m / 8-14lb. Der Freespool der Elan ist relativ lange und die Spule dreht schön aus, also nicht abrupt, was auf eine gute Schmierung schließen lässt.

Als Bremssystem kommt eine Fliehkraftbremse, bestehend aus 6 Pins zum Einsatz. Wie sich das Bremssystem in Sachen Handling schlägt will ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen, allerdings möchte ich kurz auf die Bedienbarkeit eingehen. Nachdem man die Sideplate vorne mit Hilfe des Daumens nach unten gedrückt hat, öffnet sich diese und man kann die Einstellungen vornehmen. Was positiv ist: die Pins werden einfach per Schieberegler auf „ON“ oder „OFF“ geschalten und können dadurch nicht wie z.B. bei Shimano’s altem SVS bei zuviel Krafteinwirkung herausspringen 🙂 .

VERARBEITUNG

Was man in Sachen Verarbeitung bereits äußerst positiv von den Tailwalk Ruten kennt, wird auch bei den Rollen kompromisslos umgesetzt. Die Tailwalk ELAN MTX 81L ist perfekt und ohne Mängel gefertigt. Keine übergroßen Spaltmaße, kein Spiel im Handle oder den Knobs, sehr solide und fein einzustellende Sternbremse und sofern ich das beurteilen kann, sind alle wichtigen Parts ausreichend gefettet bzw. geölt. Auch das Öffnen und Schließen der Sideplate klappt wunderbar und der Mechanismus macht nicht den Eindruck, irgendwann mal auszuleiern.

SCHNURWAHL

Mindestens genauso wichtig wie die Wahl der passenden Rute ist die Wahl der passenden Schnur beim Baitcasting. Eine Symbiose zwischen Rute / Rolle / Hauptschnur bringt im Endeffekt einige Prozente an Extraperformance, auf welche man nicht verzichten sollte. Wo man bei der Spinnrolle im Hinblick auf geflochtene Schnüre ja eher zu einer weichen Schnur mit 8facher Flechtung tendiert, sollte man bei der Baitcastrolle lieber zu einem steiferen Geflecht greifen. Warum? Nun, steifere Schnur stellt sich nicht so schnell auf und es gibt somit auch weniger Perücken (Backlashs). Ein weiterer, sehr wichtiger Faktor bei der Wahl von PE-Schnüren beim Baitcasting ist die – nennen wir es mal: Schockresistenz. Wird die Rute einmal mit zu viel Schmackes gepeitscht oder der Hardbait von einer heftigen Windböhe erfasst, kommt es selbst beim erfahrenen Baitcaster immer mal wieder zu den gefürchteten Backlashs. Damit einem bei einem solchen Backlash nicht gleich der Köder mitsamt Bebleiung über den Jordan fliegt, sollte die Schnur ausreichend resistent gegen solche abrupte Schnurklemmer sein. Ansonsten gelten die gleichen Eigenschaften wie beim Spinnfischen, sprich je runder die Flechtung der Braid, desto leiser gleitet diese durch die Ringe.

Alle wichtigen Eigenschaften fürs Baitcasting auf einen Blick – die geflochtene Schnur sollte:

  • relativ steif
  • schockresistent
  • rund geflochten sein

TAILWALK POWER EYE PEEWEE

Das ist die Schnur meiner Wahl für die Tailwalk ELAN MTX 81L und mittlerweile auch für andere Baitcastrollen. Bei der PeeWee WX4 handelt es sich um eine 4fach geflochtene Schnur von hoher Qualität. 4fach geflochtene Schnüre sind im Regelfall bereits von Haus aus steifer, als 8fach Geflochtene. Dazu kommt bei der PeeWee eine sehr hohe Abriebsfestigkeit und gut angegebene, reale Tragkräfte. Was mich bei der PE aus dem Hause Tailwalk besonders beeindruckt hat, ist die extrem lange Farbechtheit – sprich die Schnur verblast trotz häufigem Fischen nur extrem langsam. Ich habe für den Praxistest der ELAN MTX 81L zwei verschiedene Ausführungen der PeeWee gefischt:

  • Tailwalk Power Eye PeeWee PE 0.6 mit 8lb Tragkraft für Gewichte von 3 bis 10g -> 150m
  • Tailwalk Power Eye PeeWee PE 1.2 mit 14lb Tragkraft für Gewichte von 10 bis 30g -> 120m

IN DER PRAXIS

Spätestens jetzt wird es ernst für die Tailwalk ELAN MTX 81L, denn der Praxistest steht an. Na dann auf die Daumentaste, fertig, los!

BREMSSYSTEM & SETTING

Wie bereits im Artikel erwähnt besitzt die Elan MTX 81L neben der handelsüblichen Spulenbremse (oder auch Achshemmung genannt) zusätzlich eine Fliehkraftbremse. Während die Spulenbremse eher beim Start und Ende des Wurfs eingreift, bremst die Fliehkraftbremse den Köder hauptsächlich in der Flugphase. Die Einstellung der Fliehkraftbremse ist sehr simpel – einfach die Sideplate abnehmen und die Pins an- oder ausschalten.

Ein kleiner Tipp: am Besten aktiviert ihr die Pins immer gleichmäßig und gegenüberliegend (siehe Bildergalerie nach dieser Sektion), denn so sorgt ihr für eine ausgewogene Kraftverteilung wenn die Pins bei der Rotation der Spule am Bremsring schleifen.

Um das perfekte Setting für den jeweiligen Köder zu finden geht man als Anfänger wie folgt vor:

  • Spulenbremse soweit schließen, dass der Köder von der waagrechten Rutenspitze beim betätigen der Daumentaste so langsam zu Boden fällt, dass sich die Spule bei Boden bzw. Wasserkontakt nicht überschlägt
  • Alle Pins auf ON
  • Werfen
  • Bei erfolgreichem Wurf ohne Backlash Pins nach und nach deaktivieren und Spulenbremse mehr und mehr öffnen

WURFPERFORMANCE 10 BIS 30 GRAMM

Zu Beginn meiner Praxisphase saß die Tailwalk ELAN MTX 81L auf einer Rute mit MH-Rating, um genauer zu sein der Tailwalk Fullrange C65MH. In dieser Verbindung testete ich unterschiedliche Köder, sowohl Soft- als auch Hardbaits zwischen 10 und 30g Gesamtgewicht. Mein ideales Bremssetting sah und sieht wie folgt aus: Spulenbremse soweit offen, dass es gerade so beim hin und her schieben der Spule links und rechts kein Spiel mehr gibt und zwei Pins auf „ON“ bei der Fliehkraftbremse. Je nach Wind und Ködervolumen (z.B. bei einem voluminösen Hardbait) musste ich manchmal einen weiteren Pin aktiveren oder die Achshemmung etwas weiter zu drehen. Aber in 95% der Fälle war dies das Setup für maximale Weite + geringem Backlashrisiko. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich beim Wurf noch zusätzlich mit dem Daumen korrigiere. Die mittlere Wurfweite lag in etwa bei 35 Metern – gute Würfe gingen über die 40 hinaus. Der schwerste Köder, welchen ich mit der Elan geworfen und geführt habe, war ein 4 Inch Shad am 24g Kopf. Ich hatte zwar zu keiner Zeit bedenken, dass die Rolle bei diesen Ködergewichten auf Dauer nachgibt, aber man muss natürlich sehen, dass die Tailwalk ELAN MTX 81L an einer MH-Rute eigentlich verschenkt ist. Warum? Ganz einfach: die Elan ist auf Grund ihrer Spezifikationen (Spulengewicht, Schnurkapazität, etc…) einfach für leichtere Ruten bestimmt. Um Gewichte ab 10-Gramm-Plus zu werfen, braucht man keine BC-Rolle aus diesem Preisbereich, da tut es fast jede andere auch. Deswegen liegt der Fokus also ganz klar auf Ködergewichten unter 10g und ich verweise am Besten gleich auf die nächste Rubrik.

WURFPERFORMANCE 3 BIS 10 GRAMM

In der Produktbeschreibung auf Nippon-Tackle.de wird ein empfohlener Wurfbereich von 3-30g genannt. Schaut man sich das Spulengewicht und die restlichen Parameter an, so könnte dass auch durchaus der Realität entsprechen. Um den minimalen Wurfgewichtsbereich auszutesten, schraubte ich die Elan auf meine Shimano Zodias BFS 168L fing ich bei Ködergewichten von ca. 9g an, bestehend aus 7g Jigkopf oder 7g Tungsten-Bullet und einem 3 Inch Gummiköder. Hier stand die Rolle in Punkto Performance im Vergleich zu den schwereren Gewichten in nichts nach. Mein Bremssetting für Gewichte unter 10 Gramm beläuft sich auf einen aktiven Pin und die Spulenbremse wie gehabt. Auch bei 5g Bleigewicht und 3 Inch Shad war die Wurfleistung der Elan sehr solide, denn Würfe über 25m waren kein Problem. Die Wurfweiten jenseits der 20m Grenze waren bis 3g Bleikopf am 7cm Pintail gegeben, was einem Gesamtgewicht von 5g gleichkommt.

Jetzt kommen wir in den ganz heißen Bereich von unter 5g, welchen eigentlich nur sehr hochpreisige BC-Rollen bedienen können. Ein 1,5 Inch Gummiwurm am 2g Kopf sollte geworfen werden… Nun, mir ist es mit der oben genannten Rute und den mir gegebenen Wurfkünsten nicht gelungen, Ködergewichte von 3g in die heißen Zonen des Sees zu befördern. Das Pitchen solcher Gewichte oder kleine Rollwürfe z.B. am Bach sind absolut durchführbar, aber für eine effektive Uferangelei am Baggersee reicht die Performance Out of the Box und meine Wurfkünste nicht aus.

OPTIMALER WURFGEWICHTSBEREICH

Die Erfahrungen, welche ich mit meinem zur Verfügung gestellten Tailwalk ELAN MTX 81L Modell im letzten dreiviertel Jahr machen durfte, ergeben den folgenden Wurfgewichtsbereich:

elan wg table

Um die angestrebten 3 Gramm zu erreichen, gibt es noch zwei Möglichkeiten – abgesehen vom Tuning natürlich. Möglichkeit Nr. 1 wäre, den Bremsring an welchem die Pins schleifen mit einem Tropfen Öl und einem Wattestäbchen hauchdünn zu benetzten. Möglichkeit Nr. 2 wäre, sofern die Lager „überölt wären“, diese in Waschbenzin zu legen und anschließend neu und dabei sparsamer zu Ölen. Dennoch ist die Performance der Elan – Out of the Box – absolut beachtlich und konkurrenzfähig in ihrem Preissegment.

EINSATZZWECK

Für welchen Einsatzzweck und welche Methoden eignet sich die Tailwalk ELAN MTX 81L denn am Besten? Die Antwort ist relativ einfach: Bei der Elan handelt es sich mit einer Übersetzung von 8.1:1 und einem Schnureinzug von 89cm um eine absolute Highspeed-Rolle! Also kommt sie für alle Angeltechniken in Frage, bei der Geschwindigkeit von Vorteil sein kann. Neben dem klassischen Jiggen und Faulzen, für welchen ich sie primär eingesetzt habe, kann man sicherlich auch super mit schnellgeführten Hardbaits auf Rapfen angeln. Natürlich kann man durch langsames Kurbeln dem hohen Schnureinzug entgegenwirken, wenn man seine Baits mal etwas gemächlicher anbieten möchte.

HAPTIK & BODYSIZE

Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Haptik der Elan im Bezug auf das Handling eingehen. Der Body ist sehr kompakt und man kann die Rolle dadurch wunderbar „palmen“. Ich habe als Größenvergleich eine Daiwa SV 105 hinzugezogen, welche sehr gut vom Einsatzzweck her mit der Tailwalk zu vergleichen ist. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Worte, deswegen hier der Direktvergleich.

FAZIT

Zugegeben: auch wenn die Rollen vom japanischen Hersteller Tailwalk zumindest in Deutschland noch relativ wenig im Einsatz sind und damit den Stempel „Exot“ tragen, braucht sich die ELAN MTX 81L 10th Anniversay aus selbigem Hause absolut nicht vor den Stammmarken verstecken. Sowohl Optik, Haptik, Materialien und die Verarbeitung bewegen sich unangezweifelt im High-End-Bereich, gepaart mit solider Performance, bilden ein gelungenes Gesamtpaket. Solltet ihr also eine neue Baitcastrolle für eure L, ML oder M Rute suchen, dann solltet ihr euch die Elan mit in eure Auswahl einbeziehen.

Zusammengefasst noch einmal alle Pros und Features der Tailwalk ELAN MTX 81L:

  • hochwertiges Aluminiumgehäuse mit mattem Finish
  • Carbon Handle und Aluminium Dragstar
  • sehr leichte 35mm Duraluminium Spule
  • Gutmütiges, leicht einstellbares Bremssystem
  • High-Speed Übersetzung
  • mit 180g Gesamtgewicht leicht und kompakt
  • Salzwassertauglich

Die Rolle gibt es direkt in Deutschland über Nippon-Tackle und deren Händlernetzwerk zu erbwerben.

Hier gehts zur Produkt- und Bestellseite der Tailwalk Elan MTX

LANGZEITERFAHRUNG

Puh … um ehrlich zu sein hatte ich zu Beginn des Artikels etwas bedenken. Es handelt sich schließlich um meinen ersten „Rollentestbericht“ und ich hatte schon Angst, dass man darüber nicht so ausführlich schreiben kann, wie über Angelruten. Ich denke die Angst war unbegründet, denn wenn ich hier runter scrolle ist es doch ein gewaltiges Review geworden.

Deswegen halte ich mich bei der Langzeiterfahrung kurz:

Die Tailwalk ELAN MTX 81L befand sich 11 Monate lang in meinem Besitz und hat mich bei vielen Ausflügen mit ans Wasser begleitet. Die Performance nahm in dieser Zeit nicht spürbar ab und ich bin nach wie vor von der Robustheit und dem unverwüstlichen Body begeistert. Ich spreche der Rolle in ihrem Preissegment eine klare Kaufempfehlung aus.

Tailwalk Fullrange C65MH 31

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News: 8 Jahre Nippon-Tackle http://www.bite-time.de/2017/04/07/news-8-jahre-nippon-tackle/ http://www.bite-time.de/2017/04/07/news-8-jahre-nippon-tackle/#respond Fri, 07 Apr 2017 09:13:02 +0000 http://www.bite-time.de/?p=17051 News: 8 Jahre Nippon-Tackle SAVE THE DATE BiteTime-Partner und Online Shop Nippon-Tackle ist hier hoffentlich jedem Leser ein Begriff? Falls nicht erwartet euch dieses Wochenende eine perfekte Gelegenheit den Jungs mal einen virtuellen Besuch abzustatten... Denn am 8. und 9. April 2016 heißt es - !!! Happy Birthday !!! [...]

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News: 8 Jahre Nippon-Tackle

SAVE THE DATE

BiteTime-Partner und Online Shop Nippon-Tackle ist hier hoffentlich jedem Leser ein Begriff? Falls nicht erwartet euch dieses Wochenende eine perfekte Gelegenheit den Jungs mal einen virtuellen Besuch abzustatten… Denn am 8. und 9. April 2016 heißt es – !!! Happy Birthday !!! 8 wunderbare Jahre Nippon-Tackle.de!

Alle wichtigen Fakten zur Party entnehmt ihr bitte dem nachfolgenden Text. Vorab von mir: viel Spaß beim Shoppen 😀 !

8 Jahre Nippon-tackle 01

NIPPON-TACKLE JUBILÄUM

Vor ziemlich genau 8 Jahren liefen die Vorbereitungen für den ersten Nippon-Tackle Online-Shop auf Hochtouren, der nach der Gewerbeanmeldung im März 2009 bereits im Juni das Licht der Welt erblickte. Seit dem ist viel passiert und es wird keineswegs langweilig, denn noch viele Ideen und Vorhaben warten derzeit auf ihre Umsetzung. Nach dem Umzug in neue Lager- und Büroräume arbeiten wir zudem an unserem neuen Showroom, die geplante Eröffnung im April müssen wir leider verschieben. Daher feiern wir unser Jubiläum erstmals ONLINE und exklusiv für alle registrierten Kunden!

Absage der Hausmesse im April 2017

Mit dem Umzug in unsere neuen Räumlichkeiten in Hungen direkt an der A5 zwischen Gießen und Frankfurt, haben wir auch unseren neuen Showroom für die Präsentation an hochwertigem Angelzubehör, einer breiten Palette JDM-Ruten und Bassbooten mit Bootszubehör geplant. In der ehemaligen Produktionshalle wurde dafür bereits diverse Umbauten vorgenommen und die abgetrennte Ausstellungsfläche bietet auf ca. 225 m² ausreichend Platz für unsere Produkthighlights.

Den bisher kommunizierten und angepeilten Eröffnungstermin mit geplanter Hausmesse im April können wir allerdings nicht halten. Bedingt durch externe Messeteilnahmen, langwierige Krankheitsausfälle in der Belegschaft sowie Verzögerungen der Renovierungsarbeiten, liegen wir leider deutlich zurück in unserem Zeitplan.

Wer unsere bisherigen Hausmessen kennt, weiß auch, dass wir uns sehr viel Mühe geben und den Gästen – die teilweise über 500 Km Anreise auf sich nehmen – etwas bieten wollen. Eine „abgespeckte“ Variante der geplanten Hausmesse haben wir daher als Idee schnell verworfen. Unsere Eröffnungsfeier soll ein Highlight in eurem Kalender werden und daher nehmen wir uns die Zeit, die wir für die Vorbereitung brauchen. Sobald ein Termin feststeht, werden wir diesen im Newsletter bekanntgeben.

Jubiläumsparty am 08. und 09. April

Um trotz Absage der Hausmesse unser 8-jähriges Jubiläum gebührend zu feiern, laden wir alle unsere Kunden zu einer Jubiläumsparty am 08. und 09. April in unseren Online-Shop ein!

Wichtig: Zur Teilnahme muss ein Kundenaccount bestehen und man muss eingeloggt sein (E-Mail + Passwort). Nur dann sind die Aktionsinhalte sichtbar und ein Einkauf an diesem Wochenende möglich. Bitte testet vorher, ob ihr die Zugangsdaten habt bzw. registriert euch rechtzeitig oder nutzt die „Passwort vergessen“ Funktion zur Erstellung eines neuen Passwortes.

Die genauen Aktionen verraten wir zwar erst am Freitag, aber folgende Highlights sind bereits jetzt öffentlich:

  • Alle Bestellungen versandkostenfrei in DE (AT/CH ab 50 EUR)
  • Kein Sperrgutzuschlag (auch einteilige Ruten)
  • Rabatte für viele Produkte (auch Ruten, Rollen, Taschen, Köder,…)
  • Abverkaufsartikel mit 50-70 % Preisnachlass
  • Doppeltes Guthaben für Produktbewertungen (die an den Aktionstagen eingetragen werden)
  • Einmalige Gratisgeschenke für verschiedene Einkaufswerte

Insbesondere zum Thema der Produktbewertungen, könnt ihr euch jetzt schon Gedanken machen. Im Kundenkonto findet ihr eine Übersicht aller bereits gekauften Produkte, die noch nicht von euch bewertet wurden. Für jede hilfreiche Bewertung während des Jubiläums könnt ihr bis zu 4 EUR als Guthaben erhalten, die nach Gutschrift für den Kauf beliebiger Produkte eingelöst werden können.

Die genauen Aktionen, eine Auflistung der Sonderpreise und Rabatte sowie Übersicht der Gratisgeschenke zu jeder Bestellung findet ihr am Wochenende (8.4. & 9.4.2017) unter folgender Webseite (nur sichtbar für eingeloggte Kunden!):

https://www.nippon-tackle.com/Jubilaeum-8-Jahre-Nippon-Tackle

Aktualisierung der Kundendaten

In Vorbereitung auf unsere neue Kollektion an stylischen Merchandising Shirts haben wir die Kundendaten um ein Feld „Shirtgröße“ erweitert und bitten alle Kunden darum, dieses auszufüllen. Bei Neuregistrierungen wird die Eingabe standardmäßig abgefragt und bei bereits existierenden Kundenkonten reicht ein Login mit Klick auf nippon-tackle.com/Kundenkonto und „Kundendaten ändern“, das Feld mit der Auswahl der passenden Größe befindet sich am Ende der Seite.

Wozu benötigen wir die Größe?

Zum einen können wir anhand der statistischen Werte besser die Produktion und den Lagerbestand planen, damit wir in den richtigen Größen auch ausreichend Shirts vorhalten können. Zum anderen wollen wir die Shirts sowohl als Gratisartikel für größere Einzelbestellungen anbieten sowie als Geschenk zu besonderen Anlässen an unsere treuen Stammkunden versenden. Technisch bedingt ist es aber nicht möglich, bei Gratisartikeln im Warenkorb die Größe auswählen zu lassen. Um Nachfragen zu vermeiden, sollten daher die Größenangaben vorher schon im Kundenkonto hinterlegt sein. Und Geschenke sollen ja auch eine Überraschung sein, von daher wollen wir ungern direkt vor dem Versand um die richtige Größenangabe bitten. Die Angabe ist natürlich freiwillig und nur bei Interesse an Shirts notwendig.

Also nichts wie anmelden und ausfüllen!

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Testbericht: Tailwalk Fullrange C65MH http://www.bite-time.de/2017/03/20/testbericht-tailwalk-fullrange-c65mh/ http://www.bite-time.de/2017/03/20/testbericht-tailwalk-fullrange-c65mh/#respond Mon, 20 Mar 2017 11:37:11 +0000 http://www.bite-time.de/?p=15942 Tailwalk Fullrange C65MH VORWORT Mit der im Jahr 2015 erschienenen Fullrange-Serie deckt die japanische Tackle-Schmiede Tailwalk mittlerweile ihr gesamtes Bass-Sortiment ab. Gleich 31 Spinn- und Baitcastingmodelle von UL bis XXH sind bis dato zu erwerben und sollten im Prinzip für den modernen, enthusiastischen Kunstköderangler keine Wünsche mehr offen lassen. Zu den [...]

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Tailwalk Fullrange C65MH

VORWORT

Mit der im Jahr 2015 erschienenen Fullrange-Serie deckt die japanische Tackle-Schmiede Tailwalk mittlerweile ihr gesamtes Bass-Sortiment ab. Gleich 31 Spinn- und Baitcastingmodelle von UL bis XXH sind bis dato zu erwerben und sollten im Prinzip für den modernen, enthusiastischen Kunstköderangler keine Wünsche mehr offen lassen. Zu den ursprünglichen 18 Rutenmodellen der Serie, kamen im Jahr 2016 weitere 13 neue Modelle dazu – darunter auch die Tailwalk Fullrange C65MH. Für diejenigen, die jetzt denken sie müssen auf eigenes Risiko selbst aus Japan importieren gibt es eine gute Nachricht, denn BiteTime-Partner Nippon-Tackle besitzt exklusiv die Vertriebsrechte für Tailwalk-Produkte in Deutschland.

Freundlicherweise stellte mir Fabian von Nippon-Tackle meine Wunschrute aus dem Fullrange-Sortiment, nämlich die Tailwalk Fullrange C65MH, für einen ausgiebigen Langzeittest zur Verfügung. Wie ihr alle wisst, beschäftige ich mich seit geraumer Zeit sehr intensiv mit dem Thema „Baitcasting“ und so war für mich relativ schnell klar, dass sich eine mittelschwere Jig-Combo auf Barsch und Zander zu meinen bisherigen leichten Combos dazugesellen sollte. Wie sich die Fullrange C65MH im Langzeittest geschlagen hat, erfahrt ihr genau hier in diesem Artikel.

Wie immer wünsche ich euch vorab viel Spaß beim Lesen 🙂

UNBOXING

Natürlich habe ich den Postboten mal wieder verpasst, denn die Abstellgenehmigung war mir bei diesem Paket etwas zu heiß 😀 … Das macht aber nichts, denn bereits einen Tag später konnte ich das gute Stück vom nächsten Paketstore abholen. Die Abholung wiederum erwies sich als nicht so einfach, denn das gefühlt 3m lange, typische PVC-Rohr ging gerade so in den Seat Leon. Schlussendlich befand sich allerdings alles am Auspackort, nämlich meiner Küche. Welcher Ort wäre denn besser für Leckereien geeignet – richtig, keiner!

Wie immer hat Nippon-Tackle beim Verpacken der Rute ganze arbeit geleistet und so zog ich ein samtiges, schwarz-goldenes Futteral aus dem Rohr, welches mit Klebestreifen fixiert und in Luftpolsterfolie verpackt, perfekt abgesichert war.

DESIGN

Mit der Tailwalk Fullrange C65MH untermauert Tailwalk erneut ihre hochwertige und extrem stilvolle Rutenbaukunst. Der ungeschliffene, zum Großteil unlackierte, mattschwarze Carbonblank verfügt über einen interessanten Aufbau, welcher auch optisch total überzeugt. Vor allem der Backbone-Bereich des Blanks ist sehr schön gestaltet, denn ausgehend von der Feststellschraube des Rollenhalters erstreckt sich eine zusätzliche Carbon-Kreuzwicklung bis hin zum Leitring. Desweiteren wurde das Backbone in zwei unterschiedliche Bereiche für die Anbringung der Typographie aufgeteilt. Der erste Bereich unmittelbar nach dem Foregrip ist glatt mit schwarzem Lack mattiert und wird von dem Aufdruck „Fullrange – Special for Professional“, sowie dem Modellname „C65MH“ verziert. Anschließend folgt der zweite Bereich, getrennt durch zwei Zierwicklungen mit goldenen Garn, welcher einen schwarzen Carbonlook unter einer Schicht Klarlack aufweißt. „Cover the wide range technical jig & worm“ ist auf dem Carbon-Spacer zu lesen – sehr schön. Last but not least findet man neun sauber angebrachte Fuji-Ringe mit silbernem Ringsteg, die von einer ebenfalls sehr sauberen Epoxyschicht mit goldenen Ziernähten fest am Blank gehalten werden.

Der Griff ist einteilig und mit einem hochwertigen, schwarzen EVA-Schaumstoff überzogen. Am Griffende befindet sich ein schwarz-silberner Zierring auf dem das Herstellerlogo zu sehen ist – genauso verhält es sich mit der eingebetteten Abschlusskappe. Die Rolle wird von einem schwarzen Fuji ECSM Trigger Rollenhalter und einer sehr wertigen, schwarz-goldenen Metallschraube gehalten.

Der Griffaubau ergibt folgende Bemaßung:

L1 = 35,2cm (goldener Zierring = 0,6cm) / L2 = 24,1cm / L3 = Foregrip bestehend aus Metallschraube 3,5cm

Fullrange C65MH Grip

Zugegeben – die Beschreibung der Rute ist ganz schön detailliert ausgefallen. Daran merkt man wohl, das mir persönlich das Design sehr zusagt. Ja ich würde sogar behaupten, dass die Tailwalk Fullrange die mit Abstand schönste und optisch gelungenste Rute in meinem Arsenal ist. Viel besser geht es nicht, meine Damen und Herren. Doch lassen wir am Besten die Bilder sprechen ⇒

AUSSTATTUNG & QUALITÄT

Bevor ich ausführlich über die Ausstattung und die Details der Fullrange Baitcast-Rute berichte, findet ihr  vorab alle relevanten Daten und Fakten im Überblick:

TECHNISCHE DATEN
Hersteller: Tailwalk
Serie: Fullrange
Modellbezeichnung: C65MH
Typ: Casting
Länge: 1,95m (6,5′)
Transportlänge: 195cm – einteilig
Power: MH – Medium Heavy
Taper: Fast
Wurfgewicht: 5-28g
Empfohlene Schnurstärke: 8-20lb
Blank: 99% Kohlefaser und 1% Harze
Blankdurchmesser: Tip = 1,8mm / Butt = 12mm
Beringung: Fuji SiC Guides
Anzahl Ringe: 9
Griffmaterial: EVA + Fuji Rollenhalter
Gesamtgewicht: ca. 130g
Preis: ca. 259 Euro

KOMPONENTEN

Die Tailwalk Fullrange C65MH verfügt über die gleichen hochklassigen Komponenten wie die anderen Ruten aus der Modellreihe. Zu aller erst haben wir eine Fuji K Beringung mit einer SiC-Einlage, die für wenig Wärme- und Geräuschentwicklung sorgt. Desweiteren wurde ein sehr ergonomischer Fuji ECSM Graphite Blank-Exposed Rollenhalter (natürlich mit Trigger) verbaut, welcher zu den leichtesten Casting Reel Seats des Herstellers zählt. Eine Aussparung an der Unterseite des Rollenhalters sorgt für direkten Blankkontakt und damit für maximale Sensitivität. Zusätzlich unterstützt der Fuji ECSM durch seine Baumform das Palming der Baitcastrolle. Wertige und solide Applikationen wie die metallene Schraube die den Rollenhalter fixiert und gleichzeitig als Foregrip dient, runden den Aufbau der Rute positiv ab.

Zum Blank werden wie bei Tailwalk üblich leider keine näheren Angaben gemacht. Es ist unbekannt von wem die Kohlefasermatten stammen und welche Technologien Tailwalk zur Fertigung verwendet. Bekannt ist, dass der Kohlefaseranteil der C65MH 99% beträgt und damit lediglich ein Rest von 1% Glasfaseranteil übrig bleibt. In der Theorie gilt folgende Faustregel: je mehr Kohlefaseranteile in einem Blank vorkommen, desto höher ist die Sensibilität. Heutzutage kann man über Zusatzstoffe wie z.B. die in vielen Blanks vorkommende Nanotechnologie etc. der Rute noch andere Eigenschaften oder Aktionen mitgeben, als nur über das Verhältnis von Kohle- zu Glasfaser. Was aber auch ohne zusätzliche Information seitens Tailwalk auffällt, ist die 38,5cm lange Kreuzwicklung am Butt des Blanks. Durch diese zusätzliche 45°-Wicklung von Kohlefasermatten, wird der Blank an dieser Stelle verstärkt und verfügt über zusätzliche Reserven.

Da die Daten und Fakten zum Blank etwas dünn sind, wird die Praxis zeigen was in der Fullrange C65MH steckt.

VERARBEITUNG

In der Zwischenzeit handelt es sich bei der Fullrange C65MH um die 5. Rute aus dem Hause Tailwalk, welche ich fischen dürfte. Wie bei allen anderen Rutenserien die ich in der Hand hatte, überzeugt die perfekte Verarbeitung der C65MH auf ganzer Linie. Selbst nach penibelster Betrachtung findet man an der Rute keinen Makel. Der Blank ist kerzengerade, die Ringe einwandfrei in einer Flucht angebracht, die Beschriftung zu 100% akkurat und auch Klebstoffreste, ausgefranzte EVA-Ränder oder Lackfehler sucht man vergeblich. Tailwalk baut das hohe Niveau in Punkto Verarbeitung weiterhin aus – hier kann man ohne Bedenken online bestellen.

IN DER PRAXIS

In der Rubrik „in der Praxis“ geht es für das Testgerät ans Eingemachte, denn nun muss das Produkt zeigen, wie es sich in seiner eigentlichen Anwendung schlägt. Hier hilft der Herstellername und viel Bling Bling nicht weiter, sondern nur die harten Fakten zeigen, ob es sich um ein gelungenes Werkzeug handelt oder ob man als Angler lieber einen Bogen drumherum machen sollte.

SETUP

Nur die Baitcastrute alleine fängt keinen Fisch und das wird sich auch die Tailwalk Fullrange C65MH denken, deswegen war ich für sie auf der Suche nach dem best geeignetsten Partner. Vorab – gleich drei Baitcastrollen saßen während der Testphase auf der Fullrange. Den Startschuss machte die ELAN MTX 81L 10th Anniversary Limited aus dem selben Hause. Über die Rolle wird noch ein separater Testbericht folgen, dennoch möchte ich an dieser Stelle das ein oder andere vorwegnehmen, denn es gehört einfach dazu. Bei der ELAN MTX 81L handelt es sich um eine äußerst solide Rolle, welche in einem Wurfgewichtsbereich von 3 bis 30 Gramm agiert. In Japan wird die Rolle oft auch bis 40g belastet – hier muss jeder selber entscheiden, was man dem Gerät zumutet. Baitcastrollen von Tailwalk führen in Deutschland gefühlt ein Nischen-Dasein, meiner Meinung nach völlig zu unrecht, denn sie müssen sich vor der Konkurrenz definitiv nicht verstecken. Die MTX 81L verfügt über einen langen Freespool, kurbelt sich sehr satt, ist top verarbeitet ohne auffallende Spaltmaße und kommt sogar Out of the Box mit einem Carbon Handle. Lange Zeit fischte ich die Rolle auf der Fullrange C65MH und es funktionierte und passte auch sehr gut, aber irgendwie war mir die 260€ Rolle zu schade an einer derben 1-OZ-Peitsche 😛

Deswegen sitzt heute die günstigere Shimano Curado 71 HG auf der Fullrange, was für mein Empfinden eine astreine, synergetische Combo ist. Die Curado ist ein absolutes Arbeitstier und wirkt vom Korpus her einfach solide. Man hat das Gefühl, man könnte sie zur Not als Seilwinde einsetzen, sollte das Auto mal festsitzen 😛 … Das war natürlich übertrieben, aber dennoch wirkt die Rolle unkaputtbar wenn man sie mit der Hand palmt. Die anderen Eigenschaften der Rolle sind ein gelungenes SVS Infinity Bremssystem, welches sehr gutmütig ist und ein satter Lauf. Das Handle hat null Spiel und fühlt sich sehr kraftvoll an beim Kurbeln.

Für eine kurze Zeit zwischen ELAN und Shimano saß meine Daiwa SV 105 HSL auf der Fullrange C65MH. Hier gilt das gleiche, wie für die ELAN, sie ist irgendwie einfach zu schade auf einer MH Rute und passt eher auf eine Medium-Light oder Medium Rod. Die ELAN und die Daiwa sind in ihrem Einsatzgebiet relativ gut miteinander vergleichbar (und der Ruf der SV 105 kührt sie ja zurecht als Toprolle).

Neben der Rolle spielt auch die Schnurwahl eine übergeordnete Rolle. In meinem Fall entschied ich mich für die Tailwalk PowerEye PeeWee WX4 1.2 PE mit 14lb angegebener Tragkraft. Dabei handelt es sich um eine relativ starre, 4fach geflochtene Schnur, welche sich super auf einer Castingreel macht. Desweiteren ist sie wirklich extrem farbtreu und verblasst nur äußerst langsam!

AKTION & HANDLING

Bereits beim ersten Trockenwedeln dachte ich für mich „verdammt, ist das ein Brett!“, denn es war ja auch für mich die erste JDM-Baitcastrute, welche mit einer vollen Unze gerated ist. Später sollte ich durch Recherche lernen, dass japanische Bassruten mit 1 OZ Wurfgewicht in der Regel relativ straff im Vergleich zu USDM-Bassruten ausfallen. Das Wurfgewicht hat aber nur bedingt Einfluss auf die Aktion, deswegen hierzu später mehr.

Die Tailwalk Fullrange C65MH verfügt über eine astreine Spitzenaktion mit relativ steifer Tip – zu deutsch – Spitze. Es ist nicht diese sensible, weichere Spitzenaktion wie man sie von anderen X-Fast oder Fast-Taperruten kennt. Die Rückstellgeschwindigkeit des Blanks ist extrem giftig, was sich sehr positiv auf die Rückmeldung auswirkt. Ich hatte mir die C65MH ja als reinrassige Jig- und Rigrute ausgesucht, weswegen mir die wirklich kristallklare Rückmeldung bei Grund- und Fischkontakt sehr entgegen kommt. Von meinen bisherigen Castingruten kommt keine an das Feedback der Fullrange ran – hier belegt die Gute die Note 1+.

Bei der Köderführung sorgt die straffe und schnelle Spitze für eine 1zu1-Übertragung jeglicher vom Angler ausgeführten Aktionen direkt auf den Bait. Im Drill hingegen zeigt der Blank eine moderne Charakteristik, denn trotz all der Straffheit arbeitet die Rute selbst bei kleineren Fischen super mit. Die Aktion geht unter Last in Richtung semi-parabolisch und ist somit wohl im Ganzen als progressiv zu bezeichnen. Paradebeispiel aus der Praxis war hier der Fang einer Regenbogenforelle auf – tada – 4 Inch Walleye Assasin am Texas-Rig (verrückt…). Trotz Geflecht und wilden Sprüngen des Fisches ging dieser nicht verloren und konnte erfolgreich gelandet werden. Natürlich hält der Offset-Haken, wenn er denn sitzt, sehr gut im Fischmaul – dennoch kann ein Fisch sich davon befreien, wenn die Rute nicht mitarbeitet.

Zum Handling ist zusagen, dass sich die Länge von knapp 2m und der relativ kurze Griff sehr gut machen. Wenn es nicht auf maximale Wurfweite ankommt, denn die Fullrange C65MH ist kein Weitwurfmonster, ist man mit der Rute vom Ufer und vom Boot ausreichend bedient. Da es ja immer wieder viele Leute interessiert, wie weit man mit einer Baitcasting-Combo im Vergleich zu einer Spinning wirft sei zu sagen, dass ich mit der C65MH in Verbindung mit der Curado 71 mit meinen Wurfkünsten momentan auf 45 Meter komme (Ködergewicht in Summe 15g).

Tailwalk Fullrange C65MH 27

GEEIGNETE ANWENDUNGEN & METHODEN

Für welchen Zweck nutz man die C65MH denn nun am Besten? Für mich ist diese Frage klar: zum Jiggen und Riggen auf Großbarsch und Zander. Die oben beschriebene Aktion bringt alles mit, um Jigs, Cheburashkas, schwere Carolina- oder Texasrigs perfekt zu führen und die Bisse eiskalt zu verwerten. Die Rute eignet sich auch dafür, die Rigs direkt ins Cover zu werfen, denn es ist genügend Power vorhanden. Desweiteren kann man Dank der straffen Spitze auch prima Hardbaits twitchen. Selbst Spinnerbaits sind an der Fullrange eine Option, allerdings würde ich dann eine monofile Hauptschnur wählen, um etwas mehr Dehnung ins Spiel zu bringen. Lediglich für Crankbaits und andere voluminöse Einleierköder eignet sich die C65MH nicht – dafür ist sie in Summe einfach zu straff und zu hochauflösend (es sei denn ihr steht auf die Vibrationen 😛 )…

REALES WURFGEWICHT

Das vom Hersteller angegebene Wurfgewicht lautet von minimal einer 3/16 bis zu maximal eine Unze, sprich von 5,3155 bis 28,3496 Gramm für die, die es ganz genau wissen wollen 😛 . Kommt gut hin, allerdings bin ich mit dem unteren Limit nicht einverstanden. Ködergesamtgewichte von 5g laden den Blank der Tailwalk Fullrange C65MH  ganz und gar nicht auf. Wirklich Sinn und Spaß macht es erst ab 10g Gesamtgewicht. Nach oben hin kann man die 28g wirklich komplett ausreizen, denn ein schlanker 4 Inch Shad am 24g Jigkopf war noch gut möglich ohne dass man das Gefühl hat, dass die Rute gleich in der Mitte durchbricht. Das Idealgewicht liegt bei Ködern zwischen 12 und 20g. Ergo ergibt sich als mein persönlich empfundenes, reales Wurfgewicht 10-30g.

Bei Spinner- und Hardbaits muss man dann je nach Tauchschaufel-Dimension, Korpus-Volumen, Volumen von Spinnerblättern + Franzen, sowie möglichen Trailern und natürlich auch Hersteller + Modell unterscheiden. Generell sind schlanke Twitchbaits zwischen 9 und 14 cm ideal für die C65MH.

FAZIT

Mit der Tailwalk C65MH macht zum einen Tailwalk und zum anderen der Käufer bzw. Angler alles richtig, denn wie aus dem Testbericht hervorgeht, handelt es sich um eine rundum gelungene Baitcastrute, welche bei uns zum Jiggen auf Barsch und Zander wunderbar zweckentfremdet werden kann (zumindest zweckentfremdet, was den eigentlichen Zielfisch – nämlich Bass – angeht). Für meine Empfindungen gliedert sich die Fullrange auf Grund ihrer Erscheinung, Performance und tadellosen Verarbeitung im Segment der Premium-Ruten ein.

Zusammengefasst noch einmal alle Stärken und Eigenschaften der Fullrange C65MH:

  • hochwertige Markenkomponenten von Fuji
  • japanischer Rutenbau und gelungenes Design vom feinsten
  • starker, schneller und dynamischer Blank mit ordentlich Bumms
  • maximale Sensitivität in Punkto Rückmeldung
  • kompakte Maße für ein vielseitiges Einsatzspektrum

Zu erwerben gibt es das gute Stück wie alle anderen Tailwalk-Produkte, welche den Weg über den Teich gefunden haben, exklusiv bei Nippon-Tackle.

Hier gehts zur Produkt- und Bestellseite der Tailwalk Fullrange

Solltet ihr euch neben der C65MH auch noch für weitere Ruten aus der Fullrange-Serie interessieren, dann schaut mal beim Havelritter vorbei. Dieser hat sowohl die Tailwalk Fullrange S63ML getestet, als auch eine Übersicht aller Fullrange-Testberichte von anderen Blogger-Kollegen erstellt. Sehr nützliche Geschichte, findet ihr nicht?

LANGZEITERFAHRUNG

Seit Juli 2016 begleitet mich nun die Tailwalk Fullrange C65MH mit ans Wasser, sofern ich für diese Verwendung sehe. An meinem Fazit möchte ich auch nach diesen 9 Monaten noch festhalten, denn die C65MH gibt mir nicht das Gefühl, in Zukunft eine andere MH-JDM-Rute fürs Jiggen und Riggen zu benötigen. Dieser Satz soll schon viel heißen, denn als Tackle-Freak fällt es einem verdammt schwierig den Rutenwald in Schach zu halten 😀 . Ja ich würde sogar soweit gehen und mir die Fullrange immer wieder aufs Neue anschaffen, denn sie passt einfach für meine Angelei in allen mir momentan denkbaren Belangen.

Tailwalk Fullrange C65MH 31

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Tackle-News: Konger Streeto Serie 2017 http://www.bite-time.de/2017/01/23/tackle-news-konger-streeto-serie-2017/ http://www.bite-time.de/2017/01/23/tackle-news-konger-streeto-serie-2017/#respond Mon, 23 Jan 2017 11:17:48 +0000 http://www.bite-time.de/?p=16819 Neue Konger Streeto Serie für 2017 VORWORT Spätestens seit 2015 ist der polnische Vollsortimentler Konger hierzulande - zumindest in den großen Angelforen - vielen Anglern ein Begriff. Ein Zustand, an dem ich persönlich auch nicht ganz unschuldig bin, aber welcher aufgrund des fairen Preis-Leistungsverhältnis beim Angelgerät die Gemüter auch nicht [...]

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Neue Konger Streeto Serie für 2017

VORWORT

Spätestens seit 2015 ist der polnische Vollsortimentler Konger hierzulande – zumindest in den großen Angelforen – vielen Anglern ein Begriff. Ein Zustand, an dem ich persönlich auch nicht ganz unschuldig bin, aber welcher aufgrund des fairen Preis-Leistungsverhältnis beim Angelgerät die Gemüter auch nicht sonderlich trüben sollte. Ganz im Gegenteil! Mit der Paladin CX-, der Streeto- und der Stallion-Serie wird dem preisbewussten Spinnfischer sehr viel geboten. Allerdings gab und gibt es immer noch Bereiche, in welchen man in den besagten Modellreihen teilweise vergeblich nach einer Lösung sucht. Mit der Einführung der neuen Konger Streeto Air Series und der Erweiterung der normalen Streeto-Reihe ist ab sofort im Bereich Ultra-Light und Baitcasting eine Besserung in Sicht!

Ach und sorry für das zugegeben sehr lächerliche Header-Bild, aber ich hatte leider nicht viel Zeit 😀

STREETO AIR SERIES

Die Streeto Air Serie besticht in erster Linie durch das federleichte Gesamtgewicht der einzelnen Ruten und beschäftigt sich mit der aktuell im Trend liegenden UL-Angelei. Die leichteste Rute der Range bringt unglaubliche 56g auf die Waage und das bei einem Wurfgewicht bis maximal 7 Gramm. Wer jetzt denkt es kann nicht mehr besser werden, der hat sich getäuscht, denn das schwerste Modell mit einem Wurfgewicht von 3-15 Gramm fällt mit „nur“ 69g ebenfalls extrem leicht aus. „Hat so eine leichte Rute denn überhaupt irgendwelche Reserven, sollte man ein besserer Fisch einsteigen?“ – diese Frage schießt sicherlich den meisten durch den Kopf und zwar vollkommen zu recht! Aber Konger verspricht, dass durch spezielle Verfahren im Blankaufbau für genügend Power trotz des geringen Rutengewichts gesorgt wurde.

Was die restlichen Komponenten angeht, so setzt Konger nach wie vor auf den meiner Meinung nach sehr guten Fuji-Skeletonrollenhalter, welcher auch schon in der normalen Streeto-Serie zum Einsatz kommt. Ob es sich bei der Beringung nach wie vor um Sea Guide SiC’s handelt, geht aus dem Produkttext leider nicht hervor. Allerdings wurde der Aufbau der Ringe wohl so durchgeführt, um weiteres Gewicht einzusparen.

Unverkennlich dreht sich alles um das „Air“ im Namen der Serie – doch nun zu den einzelnen Modellen.

STREETO AIR XUL 1902

Quick-Specs: Länge – 1,90m / Wurfgewicht – 0,6 bis 7g / Gewicht 56g / Transportlänge – 0,98m / 2-teilig

Mit der leichtesten Streeto Air sollen in erster Linie kleine Hardbaits wie Spinner und Wobbler gefischt werden, welche ein Gesamtgewicht von 7g nicht überschreiten. Die Zielfische sind Forelle und Barsch. Durch den minimalistischen Aufbau soll stundenlanges Angeln ohne Ermüdung möglich sein. Es wird dazu geraten eine kleine und leichte Spinnrolle zu wählen, damit man den Gewichtsvorteil bestmöglich ausnützt.

STREETO AIR UL 1982

Quick-Specs: Länge – 1,98m / Wurfgewicht – 2 bis 10g / Gewicht 60g / Transportlänge – 1,02m / 2-teilig

Die mittlere Streeto Air eignet sich dafür, wenn man auf größere Distanz und somit in tieferen Bereichen angeln möchte. Sie verfügt über eine sensible Spitze und eine gute Rückmeldung, um auch vorsichtige Bisse effektiv über den Blank wahrnehmen zu können.

STREETO AIR L 2062

Quick-Specs: Länge – 2,06m / Wurfgewicht – 3 bis 15g / Gewicht 69g / Transportlänge – 1,06m / 2-teilig

Das schwerste Modell der Serie soll sogar für das leichte Spinnfischen auf Zander im Stillwasser in Frage kommen. Ein Fast Taper als Blank-Charakteristik soll für ausreichend Power beim Anschlag sorgen.

Nicht vergessen – ich habe lediglich in eigenen Worten die Herstellerbeschreibung wiedergegeben. Ob sich die Ruten tatsächlich so verhalten wie vom Hersteller vorgesehen, wird hoffentlich in einem entsprechenden Produkttest geklärt werden.

ERWEITERUNG DER STREETO SERIE

Das Portfolio der bereits bekannten bzw. „normalen“ Streeto Serie ohne „Air“ wird um ganze 7 Modelle erweitert.

Die Streeto XUL, welche bereits hier von mir getestet wurde, wird mit der XUL 1801 und XUL 1982 um zwei Modelle aufgestockt. Beim erstgenannten Modell handelt es sich um eine einteilige und kürzere Version der alten XUL 1852. Die XUL 1982 dagegen ist mit 1,98m noch etwas länger und klassisch zweigeteilt.

Die schwerste Streeto M wird nach oben hin sowohl was das Wurfgewicht als auch die Länge betrifft durch die Streeto M 2382 verstärkt. Im Detail: Wurfgewicht von 8-28g und Länge von 2,38m.

Die wohl interessanteren Neuerungen sind zum einen die Baitcast-Version der Streeto und zum anderen die Finesse Jigger Edition. Auf diese zwei Serien, welche in Summe auf 4 Modelle kommen, möchte ich kurz genauer eingehen.

STREETO CASTER

Quick-Specs UL 2002: Länge – 2,00m / Wurfgewicht – 1 bis 9g / Gewicht 105g / Transportlänge – 1,04m / 2-teilig
Quick-Specs L 2002: Länge – 2,00m / Wurfgewicht – 4 bis 16g / Gewicht 107g / Transportlänge – 1,06m / 2-teilig

Die Casting-Version der Streeto schlägt mit einem BFS und einem – sagen wir Medium Light Modell zu buche. Soft- und Hardbaits sollen gleichermaßen gut zu führen sein.

STREETO JIGGER

Quick-Specs XUL 1832: Länge – 1,83m / Wurfgewicht – 0,4 bis 5g / Gewicht 89g / Transportlänge – 0,95m / 2-teilig
Quick-Specs UL 2062: Länge – 2,06m / Wurfgewicht – 4 bis 9g / Gewicht 101g / Transportlänge – 1,07m / 2-teilig

Bei der Streeto Jigger Reihe handelt es sich um Ultra-Light-Spinnruten mit sensibler SolidTip. Allerdings sollen sie trotzdem über ausreichend Nehmerqualitäten verfügen.

AUSBLICK

All in all Good News würde ich sagen, denn die Streeto Serie wurde sinnvoll erweitert. Vor allem die Steeto Air Serie geht mir mit diesen Traumgewichten nicht mehr aus dem Kopf. Ihr fragt euch nun hoffentlich: „wird BiteTime die neuen Modelle ausgiebig unter die Lupe nehmen?“ … Nun, ich frage mal beim Generalimporteur Clickbaits an – drückt mir die Daumen!

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Tackle-News: Daiwa Tatula SV TW http://www.bite-time.de/2017/01/12/tackle-news-daiwa-tatula-sv-tw/ http://www.bite-time.de/2017/01/12/tackle-news-daiwa-tatula-sv-tw/#respond Thu, 12 Jan 2017 10:34:22 +0000 http://www.bite-time.de/?p=16661 Daiwa Tatula SV TW VORWORT Über eine Diskussion zur aktuellen Daiwa Tatula CT im Barsch-Alarm Forum bin ich auf folgendes aufmerksam geworden: Für 2017 hat Daiwa eine neue Baitcastrolle aus der Tatula-Serie angekündigt - um genauer zu werden handelt es sich um die Tatula SV TW. Für alle Anhänger des [...]

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Daiwa Tatula SV TW

VORWORT

Über eine Diskussion zur aktuellen Daiwa Tatula CT im Barsch-Alarm Forum bin ich auf folgendes aufmerksam geworden: Für 2017 hat Daiwa eine neue Baitcastrolle aus der Tatula-Serie angekündigt – um genauer zu werden handelt es sich um die Tatula SV TW. Für alle Anhänger des Baitcastings mit eher schmalem Geldbeutel (was keine Schande ist) sollten das gute Neuigkeiten sein, denn die Tatula BC’s erfreuen sich seit ihrem Launch über relativ positives Feedback.

Doch was macht die Daiwa Tatula SV TW jetzt so besonders, dass man ihr bereits vorab einen Artikel schenken muss? Ganz einfach und zwar die Tatsache, dass Daiwa es geschafft hat zwei seiner führenden Baitcast-Technologien – zum einen die SV-Spool (kurz SV) und zum anderen das T-Wing System (kurz TWS) – in einer Rolle aus dem mittleren Preissegment zu realisieren. Bis Dato war das Zusammenspiel der beiden Features nur Rollen aus der Steez- und Zillion-Serie vorbehalten. Zugegeben – das Ganze hört sich jetzt im ersten Moment sehr marketing-lastig an, aber meine Recherche ergab, dass die neue Tatula bereits ab Ködergewichten von 3 Gramm performt! Dieser Fakt lässt einen selbstverständlich aufhorchen, denn bis heute musste man hierzulande für Baitcastrollen, welche den Finesse-Bereich bedienen können, relativ tief in die Tasche greifen. Der noch interessantere Fakt ist allerdings, dass die Rolle sowohl Finesse- als auch größere Köder handhaben kann. Bekommen wir etwa die eierlegende Wollmilchsau zu einem erschwinglichen Preis?

TECH-CHECK

Inwiefern uns die Daiwa Technologien SV und TW jetzt in der Praxis zu bereichern wissen, kann nur ein Test am Wasser offenbaren. Allerdings können wir uns die beiden Features ja mal anhand des Datenblatts zu Gemüte führen:

DAIWA’S SV-SPOOL

Das SV-Konzept (vereinfacht) besteht aus einer flachen Spule (Shallow Spool) gefertigt aus Duraluminium, welches die Spule sehr leicht aber auch recht stabil macht. Desweiteren wird ein sogenannter „Free Floating Spool“ Mechanismus realisiert, durch welchen sich die Spule über ein separates Kugellager unabhängig vom Pinion Gear drehen kann. In Verbindung mit dem Magnetbremssystem, welches Daiwa hauptsächlich einsetzt, ist somit ein stressfreies Werfen von kleinen bis großen Ködern möglich.

DAIWA’S TWS

Das T-Wing System (vereinfacht) ermöglicht es der Angelschnur während des Wurfs frei durch die relativ große Schnurführung (T-förmig) zu gleiten. Das verhindert, dass sich die Schnur über ungeeignete Winkel aufstellt, was unter normalen Umständen zu einer erhöhte Reibung führen würde. Während des Einkurbelns läuft die Angelschnur wiederum durch den schmalen Part des „T“s, wodurch ein ordentliches Wickelbild ermöglicht wird.

Daiwa’s Ziel durch die Vereinigung dieser beiden Technologien in ein und derselben Rolle ist es, dass diese relativ stressfrei zu bedienen ist – egal ob man Finesse Baits oder größere Köder benutzt – und desweiteren weite und genaue Würfe zulässt. Eigentlich ja genau die Eigenschaften einer BC, die sich jeder wünscht.

INFOS & VERFÜGBARKEIT

Die Daiwa Tatula SV TW wird es in drei verschiedenen Ausführungen geben, welche sich farblich und anhand der Übersetzung unterscheiden. Die Tatula mit gelb bzw. goldenen Parts weist eine Übersetzung von 6.3, die mit roten Parts eine Übersetzung von 7.3 und die mit lila-farbenen Parts eine Übersetzung von 8.1 auf.

Gold 6.3

Rot 7.3

Lila 8.1

Alle weiteren Features und verfügbaren Informationen könnt ihr der nachfolgenden Tabelle entnehmen

TECHNISCHE DATEN
Schnureinzug 6.3 / 7.3 / 8.1 65cm / 74cm / 83cm
Gewicht 200g
Bremskraft 5kg
Schnurkapazität Mono 14lb – 90m
Kugellager 6/1
Handle 80-90mm (bis dato zwei unterschiedliche Aussagen)
UVP Japan ca. 200€
Features SV-Spool 33mm
TWS
UTD-Drag
Magforce-Z Brake System
Super Metal Frame
Salzwasserfest

Zum Abschluss noch ein Youtube-Video zur neuen Daiwa Tatula SV TW

Verfügbarkeit

Ich stehe bereits in Kontakt mit Daiwa Deutschland – sobald ich relevante Infos bezüglich der Verfügbarkeit und des Preises habe, pflege ich diese hier ein.

AUSBLICK

Ihr könnt versichert sein, dass ich mir ein Exemplar der 2017er Daiwa Tatula SV TW sichern und dann natürlich ausführlich darüber berichten werde 😉

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Testbericht: Konger Streeto XUL1852 http://www.bite-time.de/2016/10/13/testbericht-konger-streeto-xul1852/ http://www.bite-time.de/2016/10/13/testbericht-konger-streeto-xul1852/#comments Thu, 13 Oct 2016 16:54:46 +0000 http://www.bite-time.de/?p=15878 Vorwort Nach dem die Streeto L2202 bereits ausgiebig getestet wurde und bereits ihren eigenen Testbericht auf BiteTime erhalten hat, wollen wir uns in diesem Artikel der nächsten Rute aus der Konger Streeto-Serie widmen, nämlich der Konger Streeto XUL1852. Die XUL1852 ist sogleich die leichteste Rute der Serie und eignet sich laut Hersteller für das ultra [...]

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Vorwort

Nach dem die Streeto L2202 bereits ausgiebig getestet wurde und bereits ihren eigenen Testbericht auf BiteTime erhalten hat, wollen wir uns in diesem Artikel der nächsten Rute aus der Konger Streeto-Serie widmen, nämlich der Konger Streeto XUL1852.

Die XUL1852 ist sogleich die leichteste Rute der Serie und eignet sich laut Hersteller für das ultra leichte Spinnfischen auf kleinere Räuber. Wie gut sich die Rute in dieser Disziplin schlägt, erfahrt ihr im Laufe dieses Testberichts. Wie immer wünsche ich: viel Spaß beim Lesen 😎 !

D A T E N B L A T T
Hersteller: Konger
Serie: Streeto
Modellbezeichnung: XUL1852
Typ: Spinning
Länge: 1,85m (6,1′)
Transportlänge: 96cm – zweiteilig
Power: UL – Ultra Light
Taper: Fast
Wurfgewicht: 0,5-6g
Blank: Nanocarbon Core
Beringung: Sea Guide SiC
Anzahl Ringe: 9
Griffmaterial: EVA
Gesamtgewicht: ca. 84g
Preis: ca. 89 Euro

Look & Feel

Die Streeto XUL1852 sieht genauso aus wie die anderen Spinnruten der Serie, lediglich der Blank ist selbstverständlich filigraner und auch der Griff etwas kurzer gestaltet. Ich könnte jetzt einfach die Beschreibung der L2202 an diese Stelle kopieren, aber da ich kein Freund von doppeltem Content bin, könnt ihr euch die Gestaltung der Rute gerne im anderen Testbericht der L2202 durchlesen. Ansonsten dürften die nachfolgenden Bilder mit Sicherheit auch ausreichen.

Sehr positiv zeigt sich (fast schon wie immer) die Verarbeitungsqualität bei Konger. Ähnlich wie die L2202 kam auch mein Exemplar der XUL1852 frei von Mängeln zu mir nachhause. Das verstärkt meinen Eindruck, dass bei der Streeto-Rutenserie wirklich sauber gearbeitet und auch die Endkontrolle entsprechend penibel durchgeführt wurde.

Die Streeto XUL1852 schlägt mit einem Gesamtgewicht von nach gewogenen 84g zu Buche, was für eine 1,85m lange UL-Rute in Ordnung ist, aber damit spielt sie in Zeiten der z.B. neuen Streeto Air nicht in der obersten Liga der Fliegengewichte mit. Der von mir bereits hochgelobte Fuji SKSS/ASH Skeleton Rollenhalter ist natürlich auch bei der UL-Angelei eine gelungene Wahl – denn vor allem dort wo kleine Fische zu erwarten sind, macht sich eine sensible Bisserkennung, welche der Rutenhalter verstärkt, sehr gut. Kein Fuji findet man bei den Ringen, allerdings konnte ich jetzt auch nach ausgiebigen Einsätzen meiner beiden Streeto-Ruten keinerlei Nachteile bei der SeaGuide SiC-Beringung ausmachen. Was mir bei der Beringung der XUL1852 allerdings nicht so gut gefällt, ist die Größe der Ringe. Hier hätte man durch das Anbringen von Micro-Guides sicherlich noch einiges an Rutenperformance über die dadurch beeinflusste Aktion herausholen können. Ist vielleicht auch Geschmackssache, denn manch einer mag die etwas größeren Ringdurchmesser auch als Vorteil ansehen – aber sei es wie es will. Der Nanocore-Blank der Streeto Serie zeigt sich bei dem kleinsten Modell nicht so hochauflösend: die Bisse kommen zwar klar rüber, allerdings ist die Rückmeldung bei 1-3g schweren Gewichten nur unter Optimalbedingungen spürbar. Bei den anderen Streeto-Modellen war die Rückmeldung des Köders gefühlt besser, allerdings kann diese Gegebenheit auch an der Leichtigkeit der UL-Köder liegen. Im Zweifelsfall immer auf die Schnur schauen, denn hängt diese durch ist der Köder am Grund angekommen.

Weitere Detailangaben:

  • Der Blankdurchmesser nach dem Spitzenring beträgt 1,1mm
  • Der Blankdurchmesser unmittelbar vor dem oberen Griffstück beträgt 8,2mm
  • Das obere Griffstück des Spligriffs ist 11,5cm lang
  • Das untere Griffstück (Stummel) des Splitgriffs ist 4,5cm lang
  • Die Gesamtlänge des Splitgrips beträgt 33cm

Direkt nach dem Auspacken der Konger Streeto XUL1852 im heimischen Wohnzimmer war mir klar, dass es sich dabei auf jeden Fall um eine waschechte Ultra-Light-Spinnrute handelt. Die spitzenbetonte Aktion, welche unter Last ins „Semi-Parabolische“ übergeht und somit als progressiv zu beschreiben ist, lässt auf erste Allround-Stärken schließen. Auch das Wurfgewicht scheint der Realität sehr nahe zu kommen – Fakten, welche letztendlich die Praxis belegen soll 🙂

*** Platzhalter für Fotos der Biegekurve ***

In der Praxis

Ach, die UL-Spinnerei ist schon eine herrliche Art zu Angeln. Kleine Fische machen auf einmal Spaß und die richtige Bissfrequenz ist fast an jedem Gewässer und in jeder Situation gegeben. Dazu kommt das leichte Gerät, welches für ein ermüdungsfreies Fischen sorgt. Und für mich hat sich durch die Streeto XUL noch eine weitere, kleine Bereicherung ergeben: endlich kann ich eine 1000er Shimano fischen!

Meine Wahl viel dabei auf die Shimano Exage 1000 FD aus dem P4-Konzept. Die Exage ist für mich – nach oder mit der Sedona FE – die günstigste Shimanorolle, welche sich spürbar von anderen Herstellern abhebt. Meiner Meinung nach einfach aus dem Grund, da man bei anderen Herstellern bei Rollen unter 50€ noch etwas mehr geboten bekommt. Anders formuliert: bei mir persönlich beginnt das Shimanorollen-Lineup erst mit der Exage :-P. Aber das sollte bei der Bewertung der Rolle keine Rolle spielen (Achtung: Wortwitz). Die Exage überzeugt durch eine niedere Übersetzung, welche bei der ultra leichten Angelei sehr wichtig ist, um den Köder entsprechend langsam präsentieren zu können und durch eine sehr gute Bremse. Desweiteren ist eine Alu-Ersatzsspule im Lieferumgfang enthalten. Last but not Least passt sie für meinen Geschmack optisch ganz hervorragend zur Streeto-Serie 😎

Als Hauptschnur kommt standardmäßig die Daiwa J Braid in 0,06mm mit 5KG angegebener Tragkraft zum Einsatz. Generell von Vorteil ist es bei UL, wenn feine, dünne und rundgeflochtene Schnüre verwendet werden. Die Vorteile sind weitere Wurfweiten, eine verbesserte Köderpräsentation und die leichten Ruten lassen es einfach auch zu, solche Schnüre zu fischen.

Mit einer Länge von 1,85m ist die Streeto XUL eher für den Ufer- und Nahbereich von Stillgewässern oder das Fischen in bewachsenen, kleinen Bächen geeginet. Die Wurfweite ist bedingt durch die kleinen Köder und Gewichte beim UL-Spinnfischen relativ moderat, dennoch läd sich die Rute für ihr Einsatzspektrum sehr gut auf, wodurch doch ganz ordentliche Distanzen erreicht werden können.

Während die anderen von mir gefischten Ruten aus der Streeto-Serie primär eher als reinrassige Softbait-Ruten taugen, zeigt sich die XUL1852 ziemlich „allroundig“ und ist damit vielseitig einsetzbar. Neben diversen Finesse-Methoden und dem klassischem UL-Jiggen mit Gummiködern, habe ich auch Hardbaits und sogar „Blech“ erfolgreich an ihr getestet. Vorab: Sollte jemand eine dedizierte UL-Spinnrute ausschließlich für Finesse-Rigs und anderen Gummi-Methoden suchen, ist er mit einer Spinnrute mit SolidTip und einem kräftigeren Rückgrad eventuell besser bedient, als mit der hier vorgestellten Streeto. Denn diese erwies sich – wie bereits angedeutet – als wahres Multitalent und lässt sich meiner Meinung nach weder als reine Gummi-, noch als Hardbaitrute deklarieren.

Zunächst ist das Wurfgewicht mit 0,5-6g sehr gut getroffen, wobei ich mir bei der unteren Grenze nicht vorstellen kann, dass diese wirklich jemand bedient 😀 … Jigköpfe, Cheburashka und Bullets von 1-3g am 1,5 bis 2,5 Inch Trailer können zielführend an der Rute gefischt werden. Kleine Hardbaits, wie z.B. der Storm Gomoku Minnow Mini Wobbler (3,5cm bei 2g), Minnows bis max. 5cm oder Mini-Cranks, sind kein Problem für die Rute. Sogar kleine Spinner von Mepps in Größe 0 und 1 habe ich erfolgreich an ihr getestet.

Neben unzähligen kleinen Barschen, die allesamt auf die bunte Köderpalette hereingefallen sind, vergriff sich auch ein 40er Esox an einem der Kleinstködern. Auch wenn so ein Hecht natürlich unter dem Begriff „Schniepel“ läuft, hat er die Rute schon gut gefordert. Großfischpotential bietet die Rute nicht, selbst Ausnahmebeifänge größerer Dimension werden einem viel Drillkönnen abverlangen, aber um ehrlich zu sein sind solche Fische ja nicht das Ziel einer UL-Combo.

Erstes Fazit

Mit der Konger Streeto XUL1852 leistet sich auch die leichteste Rute aus der Streeto-Range eine vernünftige Performance am Wasser und mausert sich zu einer soliden und preiswerten UL-Allroundspinnrute, welche vor allem in Punkto Verarbeitung und im Sinne des Preis-Leistungsverhältnisses zu überzeugen weiß. Vor allem Angler, die in die Welt des ultra leichten Spinnfischens einsteigen wollen, machen mit der Rute keinen Fehler. Für Finesse-Enthusiasten, welche nur Gummiköder anbieten wollen, wäre eine UL-Rute mit SolidTip passender. Aber wer weiß, vielleicht ist ja bei einer vermeintlichen Neuauflage der Streeto-Serie aus dem Hause Konger auch eine solche Rute dabei!

Die Features noch einmal kurz zusammengefasst:

  • fiiligraner Blank mit Nano-Technologie (weniger Harzanteile, mehr Kohlefaser, minimale Klarlackschicht)
  • leichter und minimalistischer Rutenaufbau zur Gewichtsreduzierung
  • progressive Aktion – schnell in der Spitze und unter Last semi-parabolisch
  • in dieser Preisklasse seltener Fuji SKSS/ASH Reelseat mit direktem Blankkontakt
  • leichte SeaGuide Beringung mit SiC-Einlage für geflochtene Schnüre geeignet

Zu erwerben gibt es die Konger Streeto Rutenserie ausschließlich bei Clickbaits.de und deren Händlern & Partnern:

» hier bestellen

Langzeiterfahrung

Die Langzeiterfahrung zur Konger Streeto XUL1852 folgt im Sommer 2017 – stay tuned.

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